Neues für den Rhein-Kreis
Rhein-Kreis Neuss setzt bei Expo Real auf Innovation und Internationales

Neues für den Rhein-Kreis: Rhein-Kreis Neuss setzt bei Expo Real auf Innovation und Internationales
Der Rhein-Kreis ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Auf der Messe Expo Real werben die kreisangehörigen Städte und Gemeinden um neue Unternehmensansiedlungen. Zweiter Schwerpunkt ist der Wohnungsbau. Bis 2030 erwartet der Kreis ein Bevölkerungswachstum von fünf Prozent. FOTO: NGZ
Rhein-Kreis. Neue Gewerbeansiedlungen und Initiativen für den Wohnungsbau - das sind die Schwerpunkte des Rhein-Kreises bei der Internationalen Gewerbe-Immobilienmesse Anfang Oktober in München. Von Frank Kirschstein

Als Standort von internationalem Format präsentiert sich der Rhein-Kreis Neuss bei der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real in München. Internationalität, das ist einer der Schwerpunkte des Messeauftritts der Standortgemeinschaft Niederrhein. Zu einer entsprechenden Gesprächsrunde am Dienstag, 5. Oktober, am Niederrhein-Stand in der bayerischen Landeshauptstadt wird auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin erwartet. "Die Exportquote im Rhein-Kreis liegt mit über 55 Prozent weit über dem Durchschnitt. Außerdem ist der Rhein-Kreis einer der beliebtesten Investitionsstandorte ausländischer Unternehmen in NRW", sagt Robert Abts, Leiter der Kreiswirtschaftsförderung. 15 FDI-Projekte (Foreign Direct Investments) zählten die Kreiskommunen 2015 - erneut mehr als im Vorjahr.

Neben zwölf konkreten Gewerbe-Projekten, die die Kommunen Grevenbroich, Dormagen, Meerbusch, Kaarst, Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen am Niederrheinstand präsentieren werden, setzt Kreisdirektor Dirk Brügge einen weiteren Schwerpunkt beim Wohnungsbau: "Bis 2030 rechnen wir im Rhein-Kreis mit einem Bevölkerungswachstum von fünf Prozent. Das sind 20.000 Einwohner mehr - und das ohne Berücksichtigung der Menschen, die als Flüchtlinge gekommen sind." Quer durch alle Preissegmente müssten in den kommenden Jahren im Rhein-Kreis neue Wohnungen entstehen. "Das fördert auch die heimische Bauwirtschaft und das Handwerk" sagt Brügge und betont, wie wichtig es sei, den in der Aufstellung befindlichen neuen Regionalplan schnell zu verabschieden.

Auch wenn der Kreis durchaus nicht mit allen darin vorgesehenen Festlegungen für die Nutzung von Flächen einverstanden sei, müssten die neuen, für den Wohnungsbau festgelegten Flächen doch so schnell wie möglich bereitgestellt werden. Wichtig sei auch die vom Kreis angestoßene Analyse des örtlichen Wohnungsmarktes. "Nur so können wir Investoren sagen, welche Wohnungen wo benötigt werden", sagt Brügge, der sich bei der Expo Real auch über innovative Baukonzepte informieren will. Die Möglichkeit dazu besteht auch auf der Messe, die sich ursprünglich auf Gewerbeimmobilien konzentriert hatte. Inzwischen ist der Wohnungsbau auf der Expo Real längst angekommen. Die Messe gilt als Investoren-Treffpunkt.

Die Gewerbeprojekte, die die Kreiskommunen bei der Messe in München vorstellen, sind, so Brügge, teils aktuell verfügbar, teils auch als Potenzialfläche zu verstehen. "Die Expo Real ist in erster Linie nicht dafür da, dass dort direkt Verträge unterschrieben werden. Mindestens genauso wichtig ist es, das Interesse von Investoren frühzeitig auf Flächen zu lenken, die künftig für Gewerbeansiedlungen genutzt werden sollen", so Abts. Beispiele seien interkommunale Gewerbegebiete, etwa im Bereich der RWE-Kraftwerke bei Grevenbroich und Rommerskirchen oder auch in Kaarst. Dort wird, neben dem Ikea-Neubau, über die Ansiedlung eines Clusters medizintechnischer Unternehmen nach dem Vorbild der belgischen Stadt Leuven diskutiert.

Während die Stadt Neuss das Projekt als weniger aussichtsreich einstuft, sieht Brügge durchaus die Chance, auf rund 15 Hektar mehrere tausend Jobs für hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Natürlich sei eine solche Planung weniger konkret, weniger berechenbar, langwieriger und arbeitsintensiver als zum Beispiel der Bau eines großen Möbelhauses, so Brügge. Wobei gegen ein Möbelhaus grundsätzlich überhaupt nichts einzuwenden sei. Aber, so der Kreisdirektor: "Wenn wir hoch qualifizierte, zukunftsfähige Arbeitsplätze aufbauen wollen, müssen wir uns auch mit innovativen Projekten beschäftigen."

Auch Wirtschaftsförderer Abts sieht dazu langfristig im Kreisgebiet kaum eine Alternative. Mit Projekten wie in Kaarst diskutiert, aber auch einer Offensive für Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft stelle sich der Kreis auf den Strukturwandel ein, der perspektivisch vor dem Hintergrund der auslaufenden Braunkohleverstromung zu bewältigen sei. Gleiches gelte für innovative Projekte aus dem Bereich der Logistik, die längst nicht mehr nur für Einfach-Jobs, sondern auch für qualifizierte Arbeitsplätze stehe.

Quelle: RP
 
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