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Rhein-Kreis Neuss
Festival vereint Jazz mit dem Erlkönig

Rhein-Kreis Neuss. Über fast drei Monate erstreckt sich die zwölfte Auflage des Niederrhein Musikfestivals: Das erste Konzert ist für den 21. August terminiert, das letzte am 13. November. Ausgangspunkt ist erneut Schloss Dyck in der Gemeinde Jüchen. Von Helga Bittner

Auch die zwölfte Auflage des Festivals ist nur mit viel Aufwand zustande gekommen. Vor 13 Jahren hatten Anette Maiburg und Susanne Geer die Idee, auf Schloss Dyck ein Musikfestival zu gründen, stießen beim Stiftungsvorstand auf offene Ohren, aber mussten schon damals zusehen, dass sie Sponsoren finden. Das hat sich bis heute nicht geändert. "Auch wenn man nach so vielen Jahren glauben könnte: Es läuft von selbst", sagt Maiburg "aber das tut es nicht."

Für die nächste Ausgabe des Niederrhein Musikfestivals im Herbst mussten sich die beiden Frauen besonders ins Zeug legen, denn in Zeiten der Flüchtlingsunterstützung sitze das Geld für Kultur nicht sehr locker. "Wir haben zum Glück zwar sehr treue Unterstützer", sagt Maiburg, "aber wir müssen auch jedes Mal neue dazu werben. Und das war dieses Jahr sehr, sehr viel Arbeit."

Mit den Künstlern war es einfacher. Selbst ein so gefragter wie der Schauspieler Dominique Horwitz ist wieder dabei, beschließt das Musikfestival am 13. November im Düsseldorfer Robert-Schumann-Saal mit "Erlkönigs Verwandlung". Wie im vergangenen Jahr und doch ganz anders, versprechen Maiburg und Geer, denn Horwitz hat sich allerhand Veränderungen ausgedacht, wird zudem als Conférencier durch den Abend führen und nicht nur Rezitator sein.

Damit erfüllen Geer und Maiburg, die auch als Flötistin bei drei der fünf Konzerte auf dem Podium sitzt, ihren eigenen Anspruch: "Wir verstehen uns als Werkstatt-Festival, wollen gestalten, neue Produktionen anregen, zu denen sich Künstler zusammenfinden." Nicht minder wichtig ist ihnen die Vermittlung. Die fängt für die beiden bei den Kindern an - und so wird es auch zur nächsten Festival-Auflage wieder Kooperationen mit Schulen geben.

Dass Klassik und Jazz zusammenpassen, soll schon das Auftaktkonzert zeigen. "Blue Classics" ist es betitelt, findet am 21. August auf Schloss Dyck statt und vereint eine Jazzsängerin wie Esther Berlansky mit dem Signum Streichquartett. "Wir sind schon das ganze Jahr dran", sagt Maiburg, die auch mitspielt, lachend, "überlegen jedes Mal aufs Neue, welche Jazzelemente sich mit denen aus der Klassik verbinden lassen."

Als "Opera Virtuosa" wandelt das zweite Konzert am 3. September auf einer Grenze: Für jedes der vier beteiligten Instrumente wurde eine Opernparaphrase geschaffen. Weil das dazu benötigte Klavier in der Kirche Wickrathberg steht, wird das Konzert auch dort stattfinden. Für "Beleza - Musica do Brasil" - am 18. September, wieder auf Schloss Dyck - hat Anette Maiburg die brasilianische Sängerin Rosani Reis eingeladen. "Wir haben ihr freie Hand bei der Auswahl gelassen", sagt Maiburg. "Überhaupt ist es entstanden aus früheren Programmen und somit auch eine Weiterentwicklung des Festivals", ergänzt sie.

Der Titel "Klang Bewegung Raum" gibt die Richtung für das vierte Konzert am 23. September in der Langen Foundation vor. Tänzer Paul Calderone hat für die Rampe im Kunsthaus eine 25-minütige Choreographie zu Musik aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Komponisten erarbeitet. Begleitet wird er dabei von Harfe (Andreas Mildner) und Flöte (Maiburg).

Quelle: NGZ
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