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Rhein-Kreis Neuss
Firmen im Kreis investieren weniger

Rhein-Kreis Neuss. Laut IHK ist die Konjunktur stabil. Aber es wächst die Sorge vor Desinvestitionen. Von Thorsten Breitkopf

Eigentlich gibt es in Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und dem Rhein-Kreis Neuss wirtschaftlich betrachtet wenig Grund zur Sorge. Laut der Industrie- und Handelskammern (IHK) Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein bezeichnen rund 40 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut. Das ist ein Anstieg gegenüber einer Umfrage im Frühjahr von knapp zehn Prozent. Nur 11,5 Prozent der Firmen bezeichneten ihre Lage als schlecht. Auch das ist eine Verbesserung zur vorigen Umfrage, als noch knapp 14,5 Prozent der Befragten von einer schlechten Lage ihrer Firma berichtet hatten.

Allerdings trübt ein anderes Ergebnis der neuen Umfrage das Bild von der "starken Wirtschaftsregion beiderseits des Rheins". Die Investitionstätigkeit der regionalen Wirtschaft war in den vergangenen vier Jahren sehr zurückhaltend. Daran hat sich auch aktuell nichts geändert: Die Betriebe möchten ihre Inlandsinvestitionen nur leicht erhöhen. Gründe sind die nur verhalten positiven Konjunkturerwartungen und die nur durchschnittliche Kapazitätsauslastung. Ihre Investitionsbudgets aufgestockt haben tendenziell die Vorleistungsgüterproduzenten sowie die Hersteller von Ge- und Verbrauchsgütern. Immerhin ausgeglichen sind die Planungen in der Investitionsgüterindustrie, nachdem hier zuletzt noch Budgetkürzungen überwogen hatten. "Die Investitionszurückhaltung der Baubranche mag angesichts von Lage und Erwartungen erstaunlich sein. Der Fachkräftemangel in dieser Branche dürfte jedoch eine Erklärung dafür sein, warum sie ihre Investitionen nicht merklich ausweitet", sagt Jürgen Steinmetz, neuer Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

In Düsseldorf sieht man diese Entwicklung mit Skepsis. "Wir beobachten, dass die Unternehmen, insbesondere der Industrie, weniger investieren als regulär abgeschrieben wird. Im Grunde ist das eine Desinvestition in unseren Standort", sagt Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der Düsseldorfer IHK. Die Zahlen seien "besorgniserregend". Noch sei die Beschäftigung in der Region zwar stabil. "Doch wenn nur noch Ersatzinvestitionen getätigt werden, dann fehlen im Grunde die Arbeitsplätze von morgen. Das geht auf Kosten der Qualität der Standorte Düsseldorf, Neuss und Gladbach", sagte Siepmann weiter. Mit China und Russland seien zwei wichtige Märkte zuletzt stark weggebrochen. "Entsprechend gering ist in diesen Branchen auch die Absicht, in zusätzliche Kapazitäten zu investieren (28 Prozent). Die Investitionsgüterproduzenten der Region hatten mit 79,4 Prozent die niedrigste Auslastung seit dem Krisenjahr 2009.

Quelle: NGZ
 
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