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Rhein-Kreis Neuss
Gartenhof macht Dächer grün

Rhein-Kreis Neuss: Gartenhof macht Dächer grün
Benjamin Küsters (l.) mit seinem Vater Werner. FOTO: Lothar Berns
Rhein-Kreis Neuss. Der Gartenhof Küsters stellt sich mit seinen Dachbegrünungen für die Zukunft auf. In der Branche leistet der Betrieb ein Stück Pionierarbeit. Von Christian Kandzorra

Fachkräfte sind gefragt. Vor allem in den mathematisch-technischen Berufen, von denen es im Rhein-Kreis Neuss durch die hohe Anzahl produzierender Unternehmen besonders viele gibt. Doch auch Firmen, deren Arbeit eher in den naturwissenschaftlichen Bereich fällt, setzen voll auf Innovationen und neue Ideen. Eines dieser Unternehmen ist der Gartenhof Küsters in Neuss-Rosellen.

Der Betrieb legt nicht nur blühende Grünanlagen an, sondern schlüpft seit einigen Jahren auch in eine Art Pionierrolle. "Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Begrünung von Dächern geworden", sagt Senior-Chef Werner Küsters, der das Unternehmen vor mehr als 50 Jahren gegründet und ganz klein bei Rasen, Bäumen und Sträuchern angefangen hat. Inzwischen beschäftigt die Firma rund 110 Mitarbeiter, die in Sachen Dachbegrünung sogar europaweit im Einsatz sind. "Grüne Dächer sind der Ausgleich für eine verbrauchte Landschaft", erzählt er von der Chance, der Natur ein Stück Grün zurückzugeben.

Werner Küsters ist mit Leib und Seele Landschaftsgärtner - doch grüne Dächer, sagt er, könnten mehr als nur schick aussehen. "Durch die natürliche Schutzschicht auf dem Dach sind die Gebäude einer geringeren Kälte-Hitze-Spannung ausgesetzt. Im Sommer können bepflanzte Dächer also wie ein Hitzeschild und im Winter wie eine Wärmedecke wirken", erklärt Küsters. Dächer könnten also helfen, Energie zu sparen. Dadurch, dass das Dach in seiner Bausubstanz vor UV-Strahlung länger geschützt werde, könnten zudem Reparaturkosten gespart werden.

Werner Küsters ist überzeugt: "Man könnte sicher mehr als die Hälfte aller flachen Dächer ohne Weiteres sofort begrünen." Auch wenn die Begrünung von Dächern ein wenig komplizierter ist als beispielsweise von Gärten, sichert sie schon jetzt die Zukunft von Unternehmen wie dem Gartenhof, der stetig wächst. Unter den 110 Mitarbeitern befänden sich laut Küsters immer mindestens 15 Auszubildende, denen auch erklärt wird, wie die Dachbegrünung funktioniert. "Wir leisten ein bisschen Missionsarbeit, die sich lohnt", erklärt der 74-Jährige, der die Unternehmensführung vor wenigen Jahren an seinen Sohn Benjamin Küsters abgegeben hat.

Stück für Stück hat sich der Gartenhof vor rund 30 Jahren an das Thema Dachbegrünung als einer der ersten in der Region herangetastet - und immer wieder dazugelernt. Heute ist die Bautechnik so weit vorangeschritten, dass der Betrieb Küsters selbst gigantische Flächen, wie etwa das 60.000 Quadratmeter große Dach der England-Niederlassung des Automobilherstellers Rolls Royce, begrünen konnte.

Wie die naturwissenschaftlich erforschte Begrünungstechnik genau funktioniert, erklärt Werner Küsters: "Auf das Dach kommt zunächst eine Dämmschicht aus Kunststoff oder Styropor, die der Form von Eierkartons ähnelt. Dann folgt eine acht bis zehn Zentimeter dicke Schicht aus speziellen Dachgrünsubstraten, in die Dachstauden gepflanzt werden."

Dabei handele es sich um Stauden aus der Familie der Steingartengewächse, die Wasser in ihren Blättern speichern und auch lange Trockenphasen überleben können, ohne einzugehen. "Ein Quadratmeter kann bis zu 100 Liter Wasser speichern. Dadurch wird das Dach auch bei Stark- oder Dauerregen nicht weggespült", erklärt der Landschaftsgärtner, der nicht nur über Umwelt- und Energiethemen reden, sondern auch konkret handeln will.

Quelle: NGZ
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