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Rhein-Kreis Neuss
Handwerker wollen neuen Wirtschaftsunterricht am Gymnasium

Rhein-Kreis Neuss: Handwerker wollen neuen Wirtschaftsunterricht am Gymnasium
Rolf Meurer, Landtagsabgeordneter Rainer Thiel und Paul Neukirchen diskutierten über Perspektiven des Handwerks (von links). FOTO: kH
Rhein-Kreis Neuss. Schüler müssten vor dem Abitur den Wert der Berufsausbildung lernen, erklärte die Kreishandwerkerschaft im Gespräch mit Politiker Rainer Thiel.

Die Kreishandwerkerschaft hat vorgeschlagen, einen praxisnahen Wirtschaftsunterricht für Schüler der sechsten und siebten Klassen vor allem an Gymnasien einzuführen. Das sagte Paul Neukirchen, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, bei einem Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Thiel. Der Grevenbroicher Politiker ist Sprecher der SPD in der Enquete-Kommission des Landtags zur "Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen". Zu diesem Wirtschaftsunterricht gehöre auch die Information, dass der Meisterbrief längst mit dem Bachelor-Titel gleichgestellt sei, sagte Kreishandwerksmeister Rolf Meurer: "Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig. Leider ist das noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen."

Viele Handwerksbetriebe haben Probleme, ihre Lehrstellen mit guten Auszubildenden besetzen. Dafür kritisieren die Handwerkerverbände, es herrsche ein "Akademisierungswahn". Für Abiturienten und deren Familien gelte ein Studium fast schon als "Muss", bemerkte Meurer. Angesichts von Abbrecherquoten von bis zu 40 Prozent in manchen Studiengängen nutze dies weder der Wirtschaft noch den jungen Menschen. "Viele Abiturienten wären im Handwerk besser aufgehoben als an der Hochschule", sagte Meurer.

Eine Selbstständigkeit im Handwerk übertreffe bei Einkommen und Selbstbestimmung zahlreiche akademische Berufe, betonte Meurer, Inhaber eines Fachbetriebs für Gebäudetechnik. Genau diese Perspektiven müssten jungen Menschen mehr vermittelt werden, regte Thiel an. Jugendliche sollten erfahren, dass man im Handwerk nicht nur eine solide Ausbildung und Fördermöglichkeiten zur Weiterbildung erhalte, sondern auch "richtig Karriere machen kann", bekräftigte der Industrie-Starkstromelektriker.

Quelle: NGZ
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