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Rhein-Kreis Neuss
Handwerkskammer ehrt junge Meister

Rhein-Kreis Neuss. Die Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf ist mit 3000 Gästen die größte Saalveranstaltung des deutschen Handwerks. 1028 Absolventen erhalten am Sonntag ihre Urkunden. Peter Joosten gehört zu den 20 Prüfungsbesten. Von Christina Böttner und Andreas Buchbauer

Viel größer geht es im deutschen Handwerk gar nicht. Die Düsseldorfer Meisterschule ist die größte der Republik - und wenn sie am Sonntag zur Meisterfeier in die Düsseldorfer Stadthalle lädt, folgen 3000 Gäste diesem Ruf. 1028 Nachwuchs-Führungskräfte - 810 Männer und 218 Frauen - erhalten dann ihre Urkunden, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wird ihnen als Festrednerin ihre Anerkennung ausdrücken. Die Feierstunde in Düsseldorf ist die größte Saalveranstaltung des deutschen Handwerks, aus dem Rhein-Kreis Neuss sind 62 Jungmeister dabei. "Wir feiern am Sonntag eine Generation, die viel Lust auf Könnerschaft, Verantwortung und unternehmerisches Risiko hat", betont Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf.

Die Meisterschule gilt unter ihren Absolventen auch als "Unternehmerschule". Eine Umfrage der Handwerkskammer hat ergeben, dass 46 Prozent der Jungmeister eine Unternehmensgründung oder -übernahme planen beziehungsweise diesen Schritt bereits vollzogen haben. Zudem möchten 80 Prozent der Absolventen künftig selbst Nachwuchs ausbilden.

Zunächst aber steht die Feierstunde in der Düsseldorfer Stadthalle an. 20 Absolventen werden dabei als Prüfungsbeste ihren Meisterbrief auf der Bühne erhalten. Einer von ihnen ist Peter Joosten aus Nettetal-Lobberich, der seine Meisterprüfung zum Landmaschinenmechaniker bestanden hat. Aktuell ist er beim Unternehmen Landtechnik Steprath in Dormagen beschäftigt. Zwar hat Joosten bereits darüber nachgedacht, sich selbstständig zu machen, entschied sich aber bisher dagegen. "Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß, aber ich möchte mich noch nicht komplett binden", sagt der 33-Jährige.

Seine Leidenschaft für die Landwirtschaft entwickelte Joosten bereits sehr früh. "Mit etwa zehn Jahren habe ich schon oft auf dem Nachbarshof mitgeholfen", erinnert er sich. "Daraus ist ein richtiges Hobby geworden." Er versorgte die Tiere, half bei der Feldarbeit mit. "Ich bin sehr naturverbunden. Während die anderen Kinder Fußball gespielt haben, habe ich mich um Tiere und Maschinen gekümmert", sagt der Lobbericher.

Nach der mittleren Reife hatte Joosten zunächst mit dem Beruf als Landschaftsgärtner geliebäugelt. Neben seiner Naturverbundenheit zeichnet ihn jedoch auch eine Vorliebe für knifflige Aufgaben aus. Daher entschied er sich, statt Pflanzen und Bäume zu pflegen, lieber Maschinen zu warten und zu reparieren. 1999 begann er seine Lehre bei der Peter Josef Schmetz GmbH und absolvierte sie als Jahresbester. Obwohl sein Berufschullehrer viel Potenzial in ihm sah und ihm riet, seinen Meister zu machen, entschied sich Joosten zunächst dagegen. Stattdessen arbeitete er zehn Jahre als Geselle.

Doch nach und nach reifte in ihm der Entschluss, das Versäumte nachzuholen. Also ging es auf die Meisterschule. "Ich wollte die richtigen Weichen für meine berufliche Zukunft stellen", sagt Joosten und ergänzt: "Außerdem wird das Lernen mit zunehmendem Alter nicht gerade leichter." Mit seinen damals 30 Jahren war er der älteste Absolvent, weshalb ihn seine Mitschüler liebevoll "Opa" nannten.

Quelle: NGZ
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