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Rhein-Kreis Neuss
IHK: Braunkohle weiterhin unverzichtbar

Rhein-Kreis Neuss. Im Kreishaus diskutierten Vertreter des Kreises und IHK über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts.

Wegen der Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähiger Strompreise könne auch langfristig nicht auf die heimische Braunkohle verzichtet werden. Auf diesen Leitsatz einigten sich die Verwaltungsspitze des Rhein-Kreises Neuss und die Geschäftsführung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bei gemeinsamen Gesprächen im Kreishaus Neuss. Darüber hinaus wurde auch über die Themen Breitbandausbau, Tourismusvermarktung und die Herausforderungen des Flüchtlingszustroms diskutiert. "Der Rhein-Kreis Neuss ist ein starker Wirtschaftsstandort mit überdurchschnittlicher Produktivität", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. "Dennoch ist es gut, immer wieder Gedanken und Positionen zu wirtschaftlichen Themen auszutauschen."

Die Art und Weise, wie die Themen beim dreistündigen Treffen in Neuss behandelt wurden, zeigte: Die Chemie zwischen IHK und Rhein-Kreis Neuss stimmt. In vielen Fragen sind sich IHK und Kreis einig. So begrüßt die IHK die Initiative des Kreises, mittelfristig eine möglichst flächendeckende Internetverbindung über Glasfasernetze mit einer Übertragungsrate von 100 Megabit pro Sekunde in jeden Haushalt und in jeden Betrieb zu erreichen.

Der Kreis will zum Ausbau die Förderkulisse des Landes und Bundes nutzen. "Beim digitalen Wandel gilt es mit an der Spitze zu stehen, denn eine flächendeckend schnelle Internetverbindung ist heute ein klarer Wettbewerbsvorteil für unsere Region", sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Beim Thema schulische und berufliche Integration von Flüchtlingen wollen IHK und Kreis das Tempo erhöhen und gemeinsame Gespräche mit der Arbeitsagentur führen. Ein "Lotse" wird darüber hinaus künftig zentraler Ansprechpartner bei der IHK für Unternehmen sein und ihnen bei der Integration eines Flüchtlings zur Seite stehen.

Demonstrativer Schulterschluss auch beim Thema Braunkohle: "Die Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise für die Unternehmen haben für die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein oberste Priorität. Vor diesem Hintergrund kann auf die heimische Braunkohle auch langfristig nicht verzichtet werden", sagte Jürgen Steinmetz. "Das Rheinische Revier befindet sich im Strukturwandel, diesen Wandel müssen wir sinnvoll gestalten - im Sinne der Beschäftigten der Energiewirtschaft." Kreis und IHK verabredeten, das Land gemeinsam stärker in die Pflicht zu nehmen, die Innovationsregion Rheinland (IRR) als "schlagfertiges Instrument" für den Strukturwandel auszubauen.

Beide wollen sich auch dafür einsetzen, das Standortinformationssystem für Gewerbeflächen als Projekt in der Metropolregion Rheinland voranzubringen. Strukturdaten im Rheinland sollen künftig vernetzt und über ein Internetportal angeboten werden, um der Wirtschaft schnellere und gezielte Abfragen, etwa zur Flächenverfügbarkeit zu ermöglichen.

Eine florierende Wirtschaft sei die Voraussetzung für eine Region mit hoher Lebensqualität, betonten Hans-Jürgen Petrauschke und Jürgen Steinmetz zum Abschluss der Gespräche.

Quelle: NGZ
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