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Rhein-Kreis Neuss
IHK: Häfen stärker beachten

Rhein-Kreis Neuss: IHK: Häfen stärker beachten
Enak Ferlemann (M.) mit Gästen (v.l.): Ulrich Soénius (IHK Köln), Erich Staake (Duisburger Hafen), Luc Arnouts (Hafen Antwerpen), Rainer Schäfer (Neuss Düsseldorfer Häfen), Jürgen Steinmetz, Allard Castelein (Rotterdam). FOTO: Spangenberg
Rhein-Kreis Neuss. Die Bedeutung der ZARA-Häfen muss im Bundesverkehrswegeplan stärker berücksichtigt werden - diese Forderung hat eine IHK-Delegation jetzt bei einem Gespräch im Bundesverkehrsministerium untermauert. Von Andreas Buchbauer

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ist vorgewarnt. Mit der Broschüre "Rheinland ist Logistikland" reiste er vor drei Wochen von der Nationalen Konferenz Logistik und Güterverkehr in Neuss zurück nach Berlin. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, hatte den Minister auf Nachbesserungsbedarf im Bundesverkehrswegeplan hingewiesen. "Die Bedeutung der ZARA-Häfen wird im Entwurf nicht ausreichend gewürdigt", betont Steinmetz. In Berlin verlieh er der Forderung jetzt Nachdruck - bei einem Treffen mit Enak Ferlemann. Der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur diskutierte in der Hauptstadt mit einer Unternehmerdelegation und Bundestagsabgeordneten aus dem Rheinland über den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans.

Die ZARA-Häfen (Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) müssen laut IHK stärker in den Fokus rücken, damit der Bundesverkehrswegeplan fruchtet. Denn die Seehäfen haben für Deutschland insgesamt, aber vor allem für das Rheinland eine große Bedeutung; die Region stehe vor der Herausforderung, wachsende Transitverkehre bewältigen zu müssen. "Uns geht es darum, das Rheinland insgesamt zu betrachten", erklärte Steinmetz. "Wir sehen für den Bundesverkehrswegeplan durchaus noch Verbesserungspotenzial."

Um dies zu untermauern, stellte Hans Königs von der IVV GmbH die Ergebnisse einer Analyse der Güterverkehrsentwicklung in den ZARA-Häfen vor, die er im Auftrag der IHK-Initiative Rheinland erstellt hat. Demnach steigt der Güterumschlag der ZARA-Häfen bis 2030 - im Vergleich zu 2010 - um 67 Prozent an. "Das bedeutet für das Jahr 2030 einen Gesamtumschlag von 1,240 Milliarden Tonnen", erklärte Königs. Der Containerumschlag wird der Analyse zufolge noch stärker steigen: um 157 Prozent auf 602 Millionen Tonnen im Jahr 2030. "Die Zahlen, die dem Bundesverkehrswegeplan zugrunde gelegt wurden, stimmen allerdings nicht mit den tatsächlich von uns ermittelten Wachstumsraten überein."

Die beiden Geschäftsführer der Häfen Rotterdam und Antwerpen unterstrichen Königs Analyse. "Wir wachsen kontinuierlich, zum Beispiel haben wir gerade 380 Millionen Euro in einen Schleusenneubau am linken Schelde-Ufer investiert", berichtete Luc Arnouts, Chief Commercial Officer, Antwerp Port Authority. "Genauso wichtig wie der Ausbau des Hafens sind aber Investitionen in die Verbindungswege ins Hinterland." Nur so ließen sich die ehrgeizigen Ziele zur Entlastung des Straßenverkehrs erreichen. Auch Allard Castelein, President-Directeur (CEO), Havenbedrijf Rotterdam N.V., appellierte an die Politik.

Enak Ferlemann versicherte, die Bedeutung des Rheinlands und die Herausforderungen durch das zunehmende Güteraufkommen über die westlichen Seehäfen sei ihm durchaus bewusst. Zudem nahm er Stellung zu konkreten Projekten. So werde das dritte Gleis der Betuwe-Linie zwischen Emmerich und Duisburg rechtzeitig kommen.

Der Staatssekretär ging auch auf die seit Jahrzehnten diskutierte Reaktivierung der Güterstrecke "Eiserner Rhein" ein. Diese Strecke sei als Entlastung der anderen Güterverkehrsstrecken von den Seehäfen ins Rheinland notwendig. Die historische Trasse, die zum Teil mitten durch Wohngebiete führe, sei nicht mehr umsetzbar und die Variante entlang der A52 zu teuer. "Aber es gibt einen dritten Weg: Die Variante über Venlo mit einem zweigleisigen Ausbau Kaldenkirchen-Dülken", erklärte Ferlemann. "Damit verbinden wir Eindhoven mit Düsseldorf." Auf niederländischer und belgischer Seite gebe es viele Befürworter dieser Trasse. Auch das Land Nordrhein-Westfalen stehe inzwischen dahinter.

Quelle: NGZ
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