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Rhein-Kreis Neuss
IHK, Volksbank und MIT sind sich einig: Bargeld erhalten

Rhein-Kreis Neuss. Jürgen Steinmetz ist sauer. Dass Unternehmen Rücklagen bilden und dafür Strafzinsen zahlen müssen, sei nicht hinnehmbar. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein positionierte sich als Referent auf einer Veranstaltung, zu der die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Neuss eingeladen hatte, eindeutig: Er kämpft für den Erhalt des Bargeldes und gegen eine Negativzinspolitik.

Der Neusser MIT-Vorsitzende Klaus Goder sieht in dem Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB), den 500-Euro-Schein abzuschaffen, den ersten Schritt auf dem Weg zum bargeldlosen Zahlungsverkehr. Für Goder die falsche Richtung: "Damit rückt die völlige Finanztransparenz vor allem der unbescholtenen Menschen und Unternehmen in der EU näher." Im Gegenzug würden Negativzinsen hoffähig gemacht, da jedweder Zahlungsverkehr dann nur noch über Konten erfolgen könne: "Die EZB soll die Bürger mit dieser Begründung nicht für dumm verkaufen, die Abschaffung zunächst der 500-Euro-Scheine würde den internationalen Terrorismus und andere Schwerverbrechen eindämmen." Klaus Goder kündigte an, er werde nun den MIT-Bundesvorstand auffordern, initiativ zu werden, "um über die Bundespolitik die Abschaffung des Bargeldes zu verhindern und einer Negativzinspolitik die Grundlage zu entziehen".

Auch Rainer Mellis, Vorstandssprecher der Volksbank Düsseldorf Neuss, mag sich eine Welt ohne Bargeld nicht vorstellen: "Angefangen von der Schwierigkeit, mal eben ein Bier auf der Kirmes bar zu bezahlen, bis hin zur völligen Transparenz, für was genau der einzelne Mensch sein Geld ausgibt - mit Datenschutz und Privatsphäre hat das alles nicht mehr zu tun." Außerdem habe er vielfältige Sicherheitsbedenken.

(lue-)
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