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Rhein-Kreis Neuss
Im Kreis leben 8000 Flüchtlinge

Rhein-Kreis Neuss. Alle acht Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis haben mehr Zuwanderer aufgenommen, als es die Sollwerte vorsehen. Der Kreis drängt auf Angleichung. Von Ludger Baten

Zum Jahresende lebten mehr als 8000 Flüchtlinge im Kreisgebiet; 720 mehr als es rein mathematisch nach dem Landesschlüssel sein sollten. Alle acht Kommunen übertreffen ihr Soll mehr als deutlich; die Stadt Neuss gar um 20 Prozent. Diese Zahlen gehen aus dem jüngsten Bericht zur "Flüchtlingssituation im Rhein-Kreis Neuss" hervor, den der zuständige Koordinator der Kreisverwaltung, Benjamin Josephs, jetzt vorlegte. Besonders ärgerlich: Das Land zahlt aber nur für die Sollwerte. Mehrkosten müssen die Kommunen tragen.

Josephs kommt zu dem Schluss, dass sich die technische Erstaufnahme der Flüchtlinge in Notunterkünften immer besser einspiele. Neue Herausforderungen seien nun die dauerhafte Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge sowie der Aufbau einer Infrastruktur zur gesellschaftlichen Integration der Zugewanderten: "Wir müssen den Menschen eine Perspektive bieten." Viele Projekte seien aufgelegt, viele Partner aus öffentlicher Verwaltung und Gesellschaft machten mit. 914 Mädchen und Jungen besuchen die Schulen im Kreis; nahezu die Hälfte eine Grundschule. Weitere 12 Integrationsstellen an den Schulen sind genehmigt und können besetzt werden. Die Ausschreibungen laufen.

In Neuss (Job-Center) und an der Lindenstraße in Grevenbroich werden zwei sogenannte "Integration Points" aufgebaut. Sie dienen dem Ziel, "frühzeitige Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive" zu ermöglichen, in dem die Kompetenzen der Job-Center, Agentur für Arbeit, Sozialämter, Ausländerbehörden, Kammern, Wohlfahrtsverbänden und Bildungsträger gebündelt werden. Gute Voraussetzungen seien inzwischen geschaffen worden.

Von den mehr als 8000 Flüchtlingen, die kreisweit aufgenommen wurden, leben 2628 in Neuss; auch Dormagen (1062) und Grevenbroich (1155) haben inzwischen die Tausend-Menschen-Marke übertroffen. Was Benjamin Josephs offenbar ärgert, ohne dass er es ausspricht: Während alle Städte und Gemeinden im Kreis ihre Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen übererfüllen, bleiben die meisten kreisfreien Städte deutlich unter dem Sollwert. Die Stadt Köln erfüllt ihre Quote nur zu 61 Prozent; Düsseldorf zu 67,62 Prozent. Insgesamt bleiben die kreisfreien Städte landesweit - nach Berechnungen des Rhein-Kreises - um 20.215 Flüchtlinge hinter ihrer Aufnahmeverpflichtung zurück. Josephs schimpft nicht, aber er formuliert seine Erwartungshaltung: "Uns ist zugesagt worden, dass die Ist- und Sollwerte angeglichen werden."

Quelle: NGZ
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