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Rhein-Kreis Neuss
In Neuss beginnen die Herz-Wochen

Rhein-Kreis Neuss. Tausende Menschen im Rhein-Kreis Neuss leiden an Verengung der Herzkranzgefäße. Darüber informieren Experten im Auftrag der Herzstiftung. Die Info-Reihe der NGZ startet am 18. November im Sparkassen-Forum in Neuss. Von Ruth Wiedner

Die drei Großbuchstaben KHK stehen für koronare Herzkrankheit. Allein in Deutschland sind sechs Millionen Menschen davon betroffen. Es ist die häufigste Herzerkrankung. Sie gilt immer noch als Todesursache Nummer eins, nicht zuletzt weil die Krankheit dem Herzinfarkt vorausgeht. Experten sprechen von einem "schleichenden Prozess".

Unbemerkt - teilweise über Jahrzehnte hinweg - kommt es zu kleinen Ablagerungen in den Gefäßwänden. Sind diese Ablagerungen so groß, dass sie das Gefäßlumen zusammendrücken, kommt es zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Im schlimmsten Fall verursacht ein aufgelagertes Blutgerinnsel einen Infarkt. "Das muss nicht sein, denn die Erkrankung und ihre Symptome lassen sich frühzeitig erkennen, behandeln und durch eine Lebensumstellung sogar verhindern", versichert Professor Michael Haude.

Dieses Wissen möchte der Chefarzt aus dem Neusser Lukaskrankenhaus mit einem Experten-Team im Rahmen der jetzt beginnenden Herz-Wochen an die Bürger im Rhein-Kreis Neuss weitergeben. Wichtig ist Haude dabei, dass einmal mehr Niedergelassene und Kliniker gemeinsam zur koronaren Herzerkrankung informieren, aufklären und nicht zuletzt wach rütteln. Und so wirbt Haude für regelmäßige Bewegung (Treppe statt Aufzug) und bewusste Ernährung: "Vieles können wir schließlich selbst durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen."

Der Rhein-Kreis und unsere Redaktion beteiligen sich erneut mit einer sechsteiligen Staffel an der bundesweiten Aufklärungskampagne. Gestartet wird - wie in den Vorjahren auch - in Neuss im Sparkassen-Forum an der Michaelstraße 6, am Mittwoch, 18. November, um 18 Uhr. Die Teilnahme an der zweistündigen Veranstaltung ist kostenfrei.

Und was erwartet die Besucher bei den Herz-Seminaren? Vier für den Laien verständliche Kurzreferate, die in eine Fragerunde münden. Den Auftakt macht Oberarzt Dirk Krause, er erklärt, was eine koronare Herzerkrankung ist und wie es zu einem Herzinfarkt kommen kann. Marc Zellerhoff, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Kreis Neuss, stellt die Herzinfarkt-Versorgung vor. "Sie wird in der Form kreisweit seit 2007 praktiziert." Dabei stellt Haude nicht nur die Vorreiterfunktion für viele NRW-Städte heraus, er ist mit dem Ergebnis überaus zufrieden. Und damit die Besucher auch die Scheu vor dem Notruf 112 und dem Rettungswagen verlieren, öffnet Zellerhoff auch einen RTW für die Anwesenden.

Wer mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, erfährt vom Leitenden Oberarzt Hubertus Degen, wie die optimale Versorgung aussieht. Die Frage: Was kommt nach dem Herzinfarkt? beantwortet der niedergelassene Kardiologe Frank Bernhöft. Er spricht sowohl die Optimierung der Risikofakten an als auch die Medikation, die Rehabilitation und den Koronarsport.

Für Haude, der erneut die wissenschaftliche Leitung übernimmt, ist die jährliche Kampagne ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Lebensqualität: "Wir wollen mit den Herz-Seminaren Betroffene, Angehörige und Interessierte ansprechen." Dass Bedarf und Interesse an gesundheitlicher Aufklärung groß ist, zeigen die Besucherzahlen vom Vorjahr: An den sechs Herz-Seminaren nahmen kreisweit 1550 Besucher teil. Das ist auch eine deutliche Bestätigung für Günter Kopp, der als Stiftungsbeauftragter die organisatorischen Fäden in der Hand hält.

Quelle: NGZ
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