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Rhein-Kreis Neuss
Kirche wirbt um junge Köpfe

Rhein-Kreis Neuss. Evangelische Kirchenkreis weist auf erleichterten Zugang zum Pfarrdienst hin. Von Angela Rietdorf

Relativ unspektakulär, aber eventuell mit großen Auswirkungen auf die Gemeinden: Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat bei ihrer jüngsten Tagung beschlossen, den Zugang zum Pfarrdienst nicht mehr von Noten abhängig zu machen. "Jeder, der das Examen bestanden hat, kommt in das Auswahlverfahren", erklärt Dietrich Denker, Superintendent des Kirchenkreises Gladbach-Neuss und einer von vier Gladbachern bei der Synode. Man wolle zum Theologiestudium ermutigen. "Die Kirche bewirbt sich um die jungen Köpfe."

Damit soll einem Mangel an Kandidaten vorgebeugt werden. Schließlich werden auch in Zukunft Pfarrerinnen und Pfarrer gebraucht. Auch um Beschlüsse der Synode umzusetzen, die zwar zum Schluss einmütig gefasst, aber vorher durchaus zeitintensiv diskutiert wurden wie die gleichgeschlechtliche Trauung. Inhaltlich, erklärt der Superintendent, der auch für die Gemeinden im Rhein-Kreis zuständig ist, gebe es eigentlich keinen Unterschied zwischen der bisherigen Segnung homosexueller Paare und der jetzt ermöglichten Trauung. "Die Trauung ist in der evangelischen Kirche kein Sakrament, sondern eine gottesdienstliche Feier", erklärt er. Es gibt für gleichgeschlechtliche Paare jetzt aber ein Recht auf die Trauung, allerdings muss nicht jeder Pfarrer diese Trauung vornehmen. Das bleibt der Entscheidung jedes einzelnen überlassen. Damit ist man den Bedenken konservativ eingestellter Gemeinden entgegen gekommen. "Die große Mehrheit der Pfarrerschaft hat aber keine Probleme damit, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen."

Wie häufig im Rhein-Kreis gleichgeschlechtliche Trauungen oder bisher Segnungen gewünscht würden, kann der Superintendent nicht sagen. Unter dem merkwürdig sperrig daher kommenden Begriff der Großen Transformation hat sich das Parlament der Rheinischen Kirche mit dem großen Zukunftsthema schlechthin beschäftigt. Dahinter steckt die Utopie von einer besseren Welt. "Theologisch gesehen ist es unsere Aufgabe, diese Welt nach dem Willen Gottes umzugestalten", sagt Dietrich Denker. Das bedeute, über globale Teilhabe und eine gerechte Verteilung der Ressourcen nachzudenken. Die Bereitschaft zu teilen, müsse auf alle Lebensbereiche herunter gebrochen werden. "Als Christen sind wir verantwortlich, weil dies die Welt ist, die Gott liebt", betont der Theologe.

Natürlich hat sich die Synode auch mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt. Ein sachlich-nüchterner Bericht des Präses stand auf der Tagesordnung. Die Botschaft: Menschen, die Hilfe brauchen, muss auch geholfen werden. Man könne nicht einfach die Tür zumachen.

Quelle: NGZ
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