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Rhein-Kreis Neuss
Kompass D macht Flüchtlinge fit fürs Leben

Rhein-Kreis Neuss: Kompass D macht Flüchtlinge fit fürs Leben
Unternehmerin Jutta Zülow geht als Gast in die Integrationsklassen. FOTO: Woi
Rhein-Kreis Neuss. Wirtschaftsinitiative finanziert Integrationskurse für junge Asylbewerber in Grevenbroich und Neuss. Von Ludger Baten

Jeden Mittwoch ist Unternehmenstag. Dann gehen Initiatoren von RheinLand, UPS, Sels, Thywissen, Zülow, Sparkasse oder Volksbank in die Gruppen, berichten den jungen Flüchtlingen von dualer Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, skizzieren Berufsbilder und erzählen von sich, wie sie wurden, was sie sind: Chef. "Unsere Zuhörer sind wie ein Schwamm", sagt Werhahn, "sie saugen jede Information begierig auf." Der Erfolg sei für jeden spürbar, der an einem Mittwochnachmittag drei Stunden in eine der beiden Integrationsgruppen geht, die von Kompass D finanziert und geführt werden. "Wir sind auf dem richtigen Weg", ist sich Werhahn nach vier Wochen sicher.

Anfang April nahmen die beiden Gruppen ihre Arbeit auf. 20 Teilnehmer sind es im Neusser Berufskolleg für Technik und Informatik (BIT) im Hammfeld, 16 sind es im Berufsbildungszentrum (BBZ) Grevenbroich. Auf jedem vierten Platz sitzt eine junge Frau. Von Montag bis Donnerstag wird viermal wöchentlich in drei Stunden am Nachmittag mehr als nur Sprachkenntnisse vermittelt: Mathematik, deutsche Lebensart, Allgemeinbildung - auch für den Alltag. Ein verbindliches Curriculum, nach dem unterrichtet wird, wächst und verfestigt sich. Inhaltlich federführend ist Michael Rotte, stellvertretender Leiter der Volkshochschule (VHS) in Neuss. Für die organisatorische Umsetzung sorgt Volker Woschnik, der im Projekt Kompass D Oberlotse gerufen wird.

Das spezielle Integrationstraining finanzieren Neusser Unternehmen. Die Idee stammt aus den Häusern Werhahn und RheinLand, viele haben sich angeschlossen. Ziel ist es, in drei Jahren eine Million Euro für die Integrationsarbeit mit jungen Asylbewerbern zu sammeln. Nach eigenen Angaben ist Kompass D auf gutem Weg. Fürs laufende Jahr seien bereits 275.000 Euro eingegangen. Kauffrau Jutta Zülow bemüht auch nicht die Sprache der Sozialromantik, wenn sie über Ziele spricht: "Wir wollen uns nicht für soziale Taten rühmen lassen, sondern wir wollen junge Talente für unsere Unternehmen gewinnen." Den jetzt geschulten 35 Jugendlichen soll im Herbst ein Ausbildungsplatz vermittelt werden. Dann werden fünf neue Gruppen gebildet.

Info Die Initiatoren von Kompass D suchen weitere Mitstreiter, die Geld spenden, die Ausbildungsplätze und Praktika zur Verfügung stellen und die mittwochs Vorträge in den Gruppen halten. Auskünfte erteil Volker Woschnik, Mobil 0175 500 9505; E-Mail: vwkompassd@hotmail.com

Quelle: NGZ
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