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Rhein-Kreis Neuss
Landtagswahlen: Wechselbad der Gefühle für Politiker im Kreis

Rhein-Kreis Neuss. Viele Politiker auch im Rhein-Kreis erlebten gestern nach den ersten Prognosen ein Wechselbad der Gefühle.

Der aus Neuss stammende Minister Hermann Gröhe (CDU) erlebte den Wahlabend in Berlin: "Die CDU-Ergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz schmerzen." Es habe sich gezeigt, dass sich viele Bürger um die Amtsinhaber scharen. Er sehe auch eine hohe Zahl an Denkzettel-Wählern. In dieser schwierigen Situation, Koalitionen zu bilden, sei die politische Mitte gefragt. Die müsse mit überzeugender Politik Wähler zurückgewinnen.

"Es ist erschütternd, dass Rechtspopulisten mit Parolen gegen schwache Menschen bei Wahlen derart zulegen können", erklärte SPD-Kreisvorsitzender Daniel Rinkert. Zum Abschneiden der eigenen Partei erklärt Rinkert: "Die SPD mit Malu Dreyer zeigt in Rheinland-Pfalz, dass man Wahlen gewinnen kann, wenn man einen klaren Kurs hat." Zugespitzter formuliert es der Neusser SPD-Chef Benno Jakubassa: "Meine Empörung über das AfD-Ergebnis ist echt, aber ich bin nicht verzweifelt", sagt er. Die AfD sei eine "rechtsradikale Partei, die eine andere Republik will". Dass die überall ein zweistelliges Ergebnis einfahren konnte, sei zu erwarten gewesen, sagt Erhard Demmer, Chef der Grünen im Kreistag. Ob aus der AfD nun auch eine nationalistische Partei werde, wie sie sich in anderen europäischen Ländern herausgebildet habe, will er zunächst noch abwarten. Für Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) hat am Sonntag "die Demokratie verloren". Es sei aber deutlich geworden, dass der Wähler Landes- und Bundespolitik nicht vermische und differenziere.

FDP-Kreisvorsitzender Bijan Djir-Sarai ist mit dem Ergebnis der Liberalen "mehr als zufrieden". Die FDP ist nach der verlorenen Bundestagswahl wieder zurück auf der politischen Bühne, ist eine starke politische Kraft." Das Abschneiden der AfD aber "schockt mich. Es ist eine Aufgabe für alle demokratischen Parteien, gemeinsam die AfD zu entzaubern, um zu zeigen, was für eine Gefahr die AfD für die Demokratie darstellt", so Djir-Sarai.

Für Dirk Krankefuß, der für die AfD im Neusser Rat sitzt, ist das Ergebnis seiner Partei bei den drei Landtagswahlen keines, das die Partei aktiv angestrebt hat. "Die AfD ist Nutznießer einer falschen Politik", sagt er. "Unser Programm wurde gar nicht zur Kenntnis genommen."

(goe/lue/cso-/-nau)
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