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Rhein-Kreis Neuss
Metropolregion: IHK drückt aufs Tempo

Rhein-Kreis Neuss: Metropolregion: IHK drückt aufs Tempo
Ein Trio mit Sitz im Regionalrat, v. l.: Petrauschke, Steinmetz, Thiel. FOTO: Lber
Rhein-Kreis Neuss. Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz führt Gespräch mit Landrat Petrauschke und dem Landtagsabgeordneten Thiel. Von Ludger Baten

Im Ergebnis und Ziel sind sie sich einig: Die Metropolregion ist das richtige Instrument, das Rheinland international auf die Landkarte zu setzen. "Weltweit schließen sich Städte zu Regionen zusammen, um global wahrgenommen zu werden", sagt Rainer Thiel. Es gehe darum, attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort zu sein, von Touristen und Kulturbegeisterten als Ziel definiert zu werden, Kräfte für eine bessere Infrastruktur zu bündeln und gemeinsam Fördergelder aus den EU-Töpfen zu beantragen. Der Landtagsabgeordnete Thiel, der zugleich auch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag ist, freut sich, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein als Initiator beim Thema Metropolregion erneut aufs Tempo drückt. "Nach Null-Wachstum im Vorjahr", sagt Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, "brauchen wir nun Verbesserungen beim Wachstum." Dabei könne die Metropolregion helfen. Steinmetz und Thiel kamen jetzt mit Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat im Rhein-Kreis, zu einem Gespräch zusammen. Das Trio arbeitet im Regionalrat gemeinsam an dem Projekt Metropolregion Rheinland. Der Chef im Kreishaus teilt die positive Grundeinschätzung: "Wir sind auf dem Weg, die Idee von der Metropolregion mit Leben zu erfüllen."

Bekannt ist aber auch, dass Petrauschke Fragen zur Umsetzung hat. Das wurde zuletzt deutlich als der Kreistag den Satzungsentwurf des Vereins "Metropolregion Rheinland e. V."diskutierte. Der Landrat lehnt eine Doppelmitgliedschaft ab. Die Stadt Duisburg und der Kreis Wesel wollen sowohl in der Metropolregion Ruhrgebiet als auch im Rheinland mitmachen. Petrauschke fragt zudem nach der politischen Legitimation und Anbindung, nach der Aufgabenstellung und nach der Finanzierung. Er möchte aber positiv verstanden werden, wenn er Bedenken vorträgt. Er wolle Geburtsfehler vermeiden: "Wir müssen im Vorfeld Korsettstangen einziehen, wenn wir im Worstcase bestehen wollen." Das akzeptiert auch Rainer Thiel. Es sei sogar gut, wenn im Prozess einmal inne gehalten werde, um Bedenken zu diskutieren: "Aber dabei dürfen wir es nicht belassen, wenn wir wissen, dass das Ziel gut und richtig ist." Wohlstand falle nicht vom Himmel.

Da ist sich der SPD-Wortführer auch mit dem IHK-Hauptgeschäftsführer einig. "Wir wollen im ersten Quartal 2017 gründen", sagt Steinmetz. Seit zehn Jahren werde die Idee einer Metropolregion diskutiert und werde an der Vorbereitung gearbeitet: "Jetzt wird gegründet. Mit einer kleinen Organisation und einer kleinen Struktur." Es dürfe nicht schwerfallen, dass sich Kommunen mit 20.000 bis 25.000 Euro pro Jahr an der Finanzierung der Metropolregion beteiligen.

Das Regionalrat-Trio Steinmetz, Petrauschke und Thiel ist sich einig, dass die Metropolregion große Chancen bietet, gerade auch für die Wirtschaftsförderer hierzulande. "Wenn der Rahmen stimmt, dann siedeln sich auch die Unternehmen an", sagt Jürgen Steinmetz.

Quelle: NGZ
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