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Rhein-Kreis Neuss
"Mittendrin sein" geht am besten im Sport

Rhein-Kreis Neuss: "Mittendrin sein" geht am besten im Sport
Als erste Sportler wurden die beiden Tischtennisspieler der GWN Neuss für ihre Leistungen bei den Special Olympics geehrt: Oliver Burbach und Jörg Hader belegten zusammen den dritten Platz im Unified Double, Burbach wurde zudem im EinzelFfünfter und gewann im Mixed die Goldmeaille. FOTO: Andreas Woitschützke
Rhein-Kreis Neuss. Rund 150 Sportler des Rhein-Kreises konnten im Jahr 2015 durch ihre starken Leistungen auf sich aufmerksam machen und wurden bei der Sportlerehrung, die ganz im Zeichen der Inklusion stand, ausgezeichnet. Von Sophie Rhine

"Sport ist mehr als die schönste Nebensache der Welt", leitete Moderator Bendikt Kons den Abend ein. Die Wetthalle war mit Deutschen Meistern sowie Europe- und Weltmeistern gefüllt und es gab wohl niemanden, der ihm da widersprochen hätte.

Auch Rainer Schmidt, der als Kabarettist das Publikum zweimal mit Ausschnitten aus seinem Programm "Däumchen drehen - Keine Hände, keine Langeweile" belustigte, stimmte Kons zu: "Wir brauchen Sport, um zu merken: Wir können etwas!" Der ehemals sehr erfolgreiche Tischtennisspieler, der 2008 nach zahlreichen nationalen und internationalen Erfolgen seine aktive Karriere beendete, wurde ohne Unterarme geboren und verdeutlichte mit einer großen Portion Selbstironie die integrative Kraft des Sportes: "Beim Sport ist es egal, wo man herkommt oder welche Sprache man spricht: man hat eine gemeinsame Leidenschaft, die verbindet und das reicht doch vollkommen aus." Zudem bedeutet Inklusion für ihn "mittendrin dabei sein", ein Gefühl, was er beim Sport erstmals mit einem an den Arm gebundenen Tischtennisschläger erfuhr: "Ich habe noch nie zuvor ein solches Glücksgefühl erlebt", erinnerte Schmidt sich und appellierte ans Publikum, diese Erfahrung noch mehr Menschen zu ermöglichen.

Auch im Begrüßungstalk wurde die Wichtigkeit von Sport und der Förderung von Sportlern unterstrichen. "Es ist toll, wie viel im Rhein-Kreis für den Sport getan wird und wie viele gute Sportler es hier gibt, die für junge Menschen als Vorbilder fungieren", lobte Agnes Wehrhahn, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sport. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke pflichtete ihr bei: "Wir haben hier im Rhein-Kreis über 120.000 Menschen, die Mitglied in einem Sportverein sind. In diese jungen Menschen müssen wir investieren." Auch Dieter Welsink, Präsident des Kuratoriums der Sparkassenstiftung Sport im Rhein-Kreis Neuss, stimmte denselben Ton an: "Wir dürfen die Wirkung von Sport nicht unterschätzen, egal in welchem Bereich. Deswegen müssen wir sowohl Sportler, als auch Helfer unterstützen." Als aktuelles Beispiel führte er die Flüchtlingssituation an: "Erstmal sehen alle das Negative, nämlich dass Sporthallen belegt werden. Aber Sport bietet mit seiner Integrationskraft auch eine große Chance, die Flüchtlinge direkt miteinzubinden und viele Vereine arbeiten da schon dran." Als ein Verein, der seine Turnhalle zur Verfügung gestellt hatte, erhielt der SV Rosellen den Ehrenamtspreis. Thomas Klaudat, Abteilungsleiter der Freizeitsportabteilung, erhielt für sein großes Engagement den Preis, betonte aber, dass hinter der Arbeit ein ganzes Team stehe.

Aufmerksame Beobachter: KSB-Ehrenvorsitzender Karl Bongers und Siggi Willecke (v.r.). FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

Anschließend ging die eigentliche Sportlerehrung los. Als erstes wurden Oliver Burbach und Jörg Hader von der GWN für ihre Erfolge bei den Special Olympics im Tischtennis geehrt, danach folgten zahlreiche Deutsche Meister sowie Europa- und sogar Weltmeister. Dabei wurde wieder einmal deutlich, wie breit aufgestellt der Rhein-Kreis und seine Sportangebote sind: Von bekannteren Sportarten wie Schwimmen, Turnen, Leichtathletik oder Rudern bis hin zu den Kampfsportarten Boxen, Ringen, Fechten und Taekwondo. Mannschaftssport wurde durch Skaterhockey und Voltigieren repräsentiert. Aber auch in eher unpopulären Sportarten wie Ultramehrkampf, einer verschärften Version des Siebenkampfes mit rund 14 Disziplinen, oder verschiedene Disziplinen im Einradfahren sind die Sportler aus dem Rhein-Kreis ganz vorne mit dabei. Auch zwei künftige Olympioniken wurden geehrt: Nina Hemmer vom AC Ückerath fährt mit der Ringer-Nationalmannschaft nach Rio, Radsportler Nils Schomber vom VfR Büttgen Bahnvierer an.

Bei einem gemütlichen Imbiss ließen die Sportler und deren Familien sowie die Verantwortlichen und Organisatoren die Sportlerehrung 2016 ausklingen, mit lebhaften Diskussionen über die schönste Nebensache der Welt.

Rainer Schmidt verdeutlichte als Kabarettist den Stellenwert von Sport bei der Inklusion. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Quelle: NGZ
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