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Rhein-Kreis Neuss
Müllgebühren sinken - Höhe noch unklar

Rhein-Kreis Neuss: Müllgebühren sinken - Höhe noch unklar
Die EGN bleibt Partner des Kreises bei der Restmüllverwertung. Die Sortieranlage auf der Deponie Grefrath aber kauft ihr der Kreis jetzt für neun Millionen Euro ab. FOTO: Berns Lothar
Rhein-Kreis Neuss. Neuer Vertrag steht. Rhein-Kreis kauft darüber hinaus Kompostwerk und Wertstoffsortieranlage. Von Christoph Kleinau

Die Abfallwirtschaft ist ein Markt in Bewegung. Davon profitieren im kommenden Jahr die Menschen im Rhein-Kreis, denen die Kreisverwaltung niedrigere Abfallgebühren in Aussicht stellt. Andererseits sieht sich der Kreis durch die Dynamik in der Branche fast schon gezwungen, die Wertstoffsortieranlage auf der Deponie in Neuss-Grefrath und das 1999 eröffnete Kompostwerk in Korschenbroich-Glehn zum 1. Januar 2017 in eigenes Vermögen zu übernehmen. Technische Innovationen seien leichter einzuführen, wenn man als Besitzer Zugriff auf die Anlagen hat, begründet Umweltdezernent Karsten Mankowsky den Kauf. Insgesamt 15 Millionen Euro ist dem Kreis das wert.

Die besseren Konditionen bei der Müllentsorgung sind Ergebnis von europaweiten Ausschreibungen. Anlass dazu war der zum Jahresende auslaufende Gesamtentsorgungsvertrag, den der Kreis vor 20 Jahren mit der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) abschließen konnte.

Unter dem Strich wurde bei den neuen Verhandlungen nun erreicht, dass die Entsorgungskosten für eine Tonne Restmüll von derzeit 188,50 auf künftig 175 Euro sinken. Für die Entsorgung der Bioabfälle zahlt der Kreis künftig 80 Euro je Tonne. Bisher wurden 96 Euro verlangt.

Die Entsorgungsgebühren des Kreises stellen einen großen Kostenblock dar, wenn die kreisangehörigen Städte und Gemeinden ihre Müllgebühren berechnen. Weil in deren Kalkulation auch die eigenen Kosten für das Einsammeln der Abfälle einfließen, kann noch niemand sagen, in welchem Umfang sich die vom Kreis erzielten Preise im Gebührenbescheid der Bürger und Unternehmen entlastend niederschlagen. Weiter gemildert wird der Kostendruck beim Thema Müllabfuhr durch neue Preise auch bei der Altpapierverwertung. Künftig kann der Kreis jede angelieferte Tonne mit 92 Euro vergüten, bislang waren es 81 Euro.

Jüchen und Neuss vermarkten ihr Altpapier selbst - und wollen daran wohl festhalten. Jüchen habe kürzlich erst den Vertrag mit der Firma Schönmackers verlängert und sehe keinen anderweitigen Handlungsbedarf, sagt Hauptamtsleiter Jürgen Wolf und fügt hinzu: "Wir lassen uns durch den Kreis nicht ködern." Die Konditionen mit der Vertragsfirma seien gut. Die Neusser Abfall- und Wertstoff-Logistik (AWL), so Kämmerer Frank Gensler, schreibt die Altpapier-Entsorgung derzeit neu aus und hofft auf "mindestens genauso gute Ergebnisse."

Partner bei der Altpapierentsorgung des Kreises ist künftig die Firma Remondis, die den früheren Altpapierhändler des Kreises, die thüringische Firma Wertstoffhofkontor (Weko), übernommen hat. Das Kompostwerk soll weiter die Firma Reterra betreiben. Sie arbeitet allerdings jetzt im Auftrag des Kreises und nicht mehr als "Subunternehmen" der EGN, der die Anlage gehört. Die Auftragsvergabe erfolgte jetzt im Kreisausschuss.

Die Restmüllentsorgung bleibt weiter Sache der EGN, die sich auch im neuen Vergabeverfahren durchsetzen konnte. Sie muss die Müllsortieranlage zum Tagesrestwert von neun Millionen Euro an den Kreis verkaufen, der damit eine Option aus dem Gesamtentsorgungsvertrag zieht, bleibt aber Besitzer der Deponieflächen in Grefrath und für deren abschließende Verfüllung und Nachsorge verantwortlich.

Quelle: NGZ
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