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Rhein-Kreis Neuss
Nacht-Besuch bei Neusser Netz-Experten

Rhein-Kreis Neuss: Nacht-Besuch bei Neusser Netz-Experten
Simulierter Stromausfall auf dem Westnetz-Gelände: Besucher konnten einem Fachmann bei der Fehlerdiagnose an einem Verteilerkasten zuschauen. FOTO: Woitschützke Andreas
Rhein-Kreis Neuss. Spannung bei Westnetz: 90 Teilnehmer der "Langen Nacht der Industrie" erfuhren dort alles rund ums Stromnetz. Von Christian Kandzorra

Paff, Blitz - aus. Nichts geht mehr, alles dunkel: Kurzschluss. Jedes Jahr gibt es im Rhein-Kreis Neuss Ausfälle im Stromnetz. Eine der häufigsten Ursachen: Beschädigungen an den Stromleitungen unter der Erde, meist verursacht durch Bauarbeiten. Um die Störungen zu beheben, sind rund um die Uhr Fachleute des Verteilnetzbetreibers Westnetz im Einsatz, der in Neuss an der Memeler Straße ein großes Umspannwerk betreibt. Wie die Fachleute bei einem Stromausfall auf Fehlersuche gehen, die Störung im Netz beheben und was eigentlich ein Umspannwerk macht, erfuhren jetzt 90 Menschen aus der Region bei der "Langen Nacht der Industrie".

Ziel der Veranstaltung, an der sich im Kreisgebiet zahlreiche Unternehmen beteiligten, war es, Interessierten die Industrie näherzubringen. "Wir möchten mit Bürgern ins Gespräch kommen, Menschen für Technik begeistern und zeigen, was unsere Arbeiten hier vor Ort sind", sagt Thomas Walkiewicz, der als Leiter an der Spitze des Westnetz-Regionalzentrums Neuss steht.

Was passiert, wenn der Strom ausfällt, demonstrierten die Profis auf einem Übungsgelände am Umspannwerk. Mittendrin: Kabel-Messtechniker Manuel Kuder. Er zählt zu den Fachleuten, die regelmäßig Bereitschaft haben und im Falle eines Falles sofort "ausrücken", um die Störung im Stromnetz genau zu lokalisieren, während andere die Versorgung über ein Spezial-Aggregat wieder herstellen. Kuder gibt auf die vermeintlich defekte Leitung einen Stromimpuls, "dann können wir die Stelle, an der der Kurzschluss entsteht, mit einem Bodenschall-Mikrofon bis auf zehn Zentimeter genau lokalisieren", erklärt er. Die häufigsten Ursachen für Störungen im Netz seien Erdarbeiten. "Wir hatten mal einen Fall, da haben Bauarbeiter ein neues Verkehrsschild gesetzt und ausgerechnet die Stromleitung getroffen."

Das führt in vielen Fällen nicht nur zu Ausfällen, sondern ist auch lebensgefährlich, worauf allein die Voltzahlen hindeuten, die Westnetz-Elektrotechniker Guido Erkelenz nennt: 110.000 Volt Hochspannung kommen am Umspannwerk an der Memeler Straße an, das den Strom auf 10.000 Volt transformiert und an Dutzende kleinere Verteil-Trafos im Stadtgebiet leitet. "Dort wird der Strom von Mittel- auf Niederspannung gebracht. Das sind dann 380 beziehungsweise 220 Volt für die Hausanschlüsse."

Der Verteilnetzbetreiber Westnetz, der über die Muttergesellschaft Innogy Teil von RWE ist, versorgt im Stadtgebiet Neuss mehr als 140.000 Haushalte auf einer Fläche von knapp 1000 Quadratkilometern mit Strom - über ein Netz, das fast 10.000 Kilometer lang ist. Den Betrieb in Neuss stellen 345 Mitarbeiter sicher. Die Teilnehmer der "Industrie-Tour" erhielten auch Einblick in futuristische Technologien. So läuft bei Westnetz gerade ein Test-Projekt, bei dem Techniker mit sogenannten Datenbrillen arbeiten. Wenn sie durch die Gläser schauen, sehen sie alle Daten komplexer technischer Geräte auf einen Blick - Hightech, mit dem die Firma weiter ins digitale Zeitalter schreitet.

Quelle: NGZ
 
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