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Rhein-Kreis Neuss
Navi-Diebe haben teure Autos im Visier

Rhein-Kreis Neuss: Navi-Diebe haben teure Autos im Visier
Die Täter ziehen die hochwertigen Geräte wie Navis und Airbags mit Spezialwerkzeug aus der Verankerung. FOTO: RP
Rhein-Kreis Neuss. In einigen Regionen in NRW werden wieder mehr festinstallierte Navigationsgeräte geklaut, etwa im Rhein-Kreis Neuss: 361 Diebstähle zählte die Polizei von Januar bis September 2015. Täter sind häufig professionelle Banden aus Osteuropa. Von Jan Dobrick

Das Seitenfenster der BMW-Limousine ist eingeschlagen, die Glassplitter im Innenraum verteilt. In der Mittelkonsole klafft ein Loch. Kabel kommen zum Vorschein, wo sie eigentlich nicht zu sehen sind. Da, wo sich vor kurzem noch das integrierte Navigationsgerät befand. Von professionellen Kriminellen fachgerecht ausgebaut, nicht rabiat herausgerissen.

Anfang der Woche schlugen Täter so in Neuss-Rosellen auf der Otto-Pankok-Straße und der Albertus-Magnus-Straße zu, machten sich an zwei Autos der Marke BMW zu schaffen. Mit Erfolg. "BMW liegt bei den Kriminellen hoch im Kurs, aber auch Mercedes, Audi und VW werden häufig aufgebrochen", sagt Hans-Willi Arnold, Sprecher der Kreispolizei, und vermutet: "Bei Marken wie BMW sehen die sachkundigen Täter offenbar den geringsten Schwierigkeitsgrad."

Zwischen 2012 und 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen mehr als 22.000 Navigationsgeräte gestohlen, es entstand ein Schaden von mehr als 75 Millionen Euro. 7188 Diebstähle und eine Schadenssumme von 23.564 889 Euro zählte die Polizei 2014 landesweit, 2013 waren es 6756 Fälle und 23.735.426 Euro.

Punktuell werden in einigen Kreisen wieder mehr festinstallierte Navis gestohlen, etwa im Rhein-Kreis Neuss: 2015 registrierte die Polizei zwischen Januar und September 361 Diebstähle, im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 293. Die Schadenshöhe liegt dem Landeskriminalamt zufolge in der Regel zwischen 6000 und 8000 Euro, je nachdem, wie brachial die Täter vorgegangen sind. In NRW wird gerade einmal jeder zehnte Autoaufbruch aufgeklärt. Die Tat ist also nahezu risikolos. Und das, obwohl auch im Rhein-Kreis immer mehr Kräfte an Brennpunkten eingesetzt würden, um die Autoknacker zu stoppen, sagt Polizeisprecher Arnold.

Manfred Lorenz, Filialleiter bei Kohl-Automobile in Grevenbroich, betont: "Wo die Täter unbedingt reinwollen, da schaffen sie das auch." Als Diebstahlschutz sei in den BMW-Modellen etwa nur eine Wegfahrsperre verbaut. "Kunden, die ein festinstalliertes Navi bestellen, sollten auch eine Alarmanlage ordern", rät Lorenz: "Es wird deutlich teurer, wenn sie erst nachgerüstet werden muss."

Häufig schlagen die Täter die kleinen Dreiecksscheiben ein, um die hinteren Türen zu öffnen. "Es hilft, die Kindersicherung einzuschalten. Das macht es den Dieben deutlich schwerer." Polizeisprecher Arnold verdeutlicht: "Der beste Schutz ist ein guter Stellplatz, zum Beispiel die Garage. Außerdem sollten sich Bürger bei verdächtigen Geräuschen in der Nachbarschaft unbedingt bei der Polizei melden."

In der Regel handelt es sich bei den dreisten Tätern um professionelle Diebesbanden aus Osteuropa, die gezielt für einige Tage nach Deutschland reisen, um hochwertige Geräte wie Navis, Airbags, Kurvenlichter und Scheinwerfer aus Autos zu stehlen. Sie durchkämmen Großstädte wie Düsseldorf oder Köln und Ballungsräume wie das Ruhrgebiet, arbeiten regelrecht Bestelllisten ab, weiden ganze Straßenzüge ab. Das weit verzweigte Autobahnnetz kommt ihnen zugute. "Die Teile werden dann verkauft und wieder in Autos eingebaut", sagt Arnold.

Quelle: NGZ
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