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Rhein-Kreis Neuss
Neue Impulse für Gemeinden prämiert

Rhein-Kreis Neuss: Neue Impulse für Gemeinden prämiert
Engagiert für die katholische Kirche: die Gewinner des Hermann-Straaten-Preises und die dafür zuständigen Vorstandsmitglieder des Kreiskatholikenrats. FOTO: KKR
Rhein-Kreis Neuss. Auf der Hauptversammlung des Kreiskatholikenrats wurde jetzt der Hermann-Straaten-Preis vergeben.

Das Projekt "Alltagshelfer" aus dem Grevenbroicher Seelsorgebereich "Niedererft" hat den ersten Platz im Wettbewerb um den Hermann-Straaten-Preis für Beispiele gelungenen Engagements in den Pfarrgemeinden gewonnen. Die mit insgesamt 3000 Euro dotierte Auszeichnung des Kreiskatholikenrats unter Vorsitz von Walter Pesch erinnert an Hermann Straaten, den 2006 verstorbenen Mitbegründer des ehemaligen Neusser Katholikenausschusses. Sie wurde jetzt im Rahmen der Hauptversammlung im Gemeindezentrum St. Cornelius in Erfttal vergeben.

Joachim Braun und Jutta Köchner, Vorstandsmitglieder des Katholikenrats, stellten die Gewinner vor großem Publikum vor. Das Grevenbroicher Gewinner-Projekt möchte Menschen in Alltagssituationen unterstützen sowie dazu ehrenamtliche Helfer suchen und qualifizieren. Es geht um Hilfe für Menschen, die aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen nicht allein in der Lage sind, einzukaufen, den Rasen zu mähen oder Reparaturen zu erledigen beziehungsweise Begleitung beim Arzt- oder Friedhofsbesuch benötigen.

Auf Rang zwei landete die Aktion "Wir verschönern unsere Gräber" der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) St. Josef in Weißenberg. Die Jugendlichen kümmern sich im Frühjahr um verwaiste Gräber auf dem Pfarrfriedhof. Die Projektleitung obliegt der KJG-Leiterrunde. Zur Aufgabenpalette gehören Gespräche mit Pfarrer, Kirchenvorstand, Friedhofsverwaltung und Sponsoren und der eigentliche Pflegetag mit der Betreuung der Kinder und Jugendlichen, wobei sich Gespräche über Leben und Tod auf eine ganz natürliche Art und Weise entwickeln.

Platz drei im Wettbewerb um den Straaten-Preis ging an die "Osternachtswache" des Pfarrgemeinderats im Seelsorgebereich "Dormagen-Nord". Das Projekt wurde 2010 aus der Erkenntnis heraus gestartet, dass nicht in allen sechs Pfarrgemeinden eine Osternachtsfeier stattfinden kann. Stattdessen treffen sich die Teilnehmer am Karsamstag, entzünden sogenannte Wachelichter, versammeln sich zu einem gemeinsamen Mahl und gestalten Osterkerzen, ehe Jugendliche das Programm mit Meditation, Gesang und Gespräch fortführen. In der Nacht geht es dann zu Fuß zur Osternachtsfeier, die um 5.30 Uhr in einer Nachbarkirche gefeiert wird. Insgesamt hatten sich elf Initiativen um den Straaten-Preis beworben.

Vor der Preisverleihung und nach einem Gottesdienst mit Kreisdechant Monsignore Guido Assmann und Monsignore Franz Josef Freericks hatte Walter Pesch eine positive Jahresbilanz über die Arbeit der Laien gezogen. Die Palette reichte von einem Workshop-Tag für die Spitzen der Verbände über eine "Nacht der offenen Kirchen" bis zur Teilnahme an einem Konvent mit den evangelischen Mitchristen. Neben der ökumenischen Zusammenarbeit ging es zuletzt vor allem um die Vernetzung der Arbeit von Pfarrgemeinderäten und Verbänden sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Als neue Geschäftsführerin stellte Pesch Naemi Besong (34) vor. Sie tritt die Nachfolge von Silvia Dawid an, die 2016 in den Vorstand gewechselt ist. Besong stammt aus dem Seelsorgebereich "Neuss-Mitte", ist Juristin, Mutter zweier Kinder und leitet die Kleinkindergottesdienste in Heilige Dreikönige und St. Pius.

Auch grundlegende kirchenpolitische Aspekte sparte der Vorsitzende des Katholikenrats nicht aus. "Wir werden mit einer Realität von Kirche vor Ort konfrontiert, die uns massiv herausfordert", so Pesch vor dem Hintergrund, dass etwa die vier Seelsorgebereiche in Grevenbroich und Rommerskirchen zu einem 41.000 Katholiken zählenden Sendungsraum zusammengefasst werden. "Wir lösen hier bei uns nicht die Herausforderungen der katholischen Kirche der Welt. Aber wir erwähnen auch, dass wir Wünsche haben. Und offensichtlich bewegt sich ja auch etwas", betonte Pesch. Seine Bilanz fiel denn auch eindeutig aus: "Trotz aller Fragen und Zweifel hege ich die Hoffnung auf Bewegung in unserer Kirche." Die Laien dürften, könnten, ja müssten sich dabei einbringen, und auf sie dürfe nicht verzichtet werden. Dialog und Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen seien das Gebot der Stunde.

Quelle: NGZ
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