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Rhein-Kreis Neuss
Neue Werkstoffe im Netzwerk entwickeln

Rhein-Kreis Neuss: Neue Werkstoffe im Netzwerk entwickeln
ODB-Tec-Geschäftsführer Dieter Ostermann mit einem Nanostruktur-Wasserstoff-Katalysator, der mit dem Industriepreis 2013 prämiert wurde. FOTO: L. Hammer
Rhein-Kreis Neuss. Das "Netzwerk innovative Werkstoffe" will Spezialisten der Wirtschaft zusammenführen. Die Neusser Firma ODB Tec gehört schon dazu. Von Stefan Reinelt

Mehr als 3000 Unternehmen und Hochschulen in Deutschland befassen sich mit Werkstoff-Themen, doch ihr Kooperationsgrad liegt bei unter 20 Prozent. Vor diesem Hintergrund gründete sich vor zwei Jahren das Netzwerk Innovative Werkstoffe. "Viele Leute in unserer Branche wissen besser Bescheid, was in den USA und China passiert als in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft", sagt Dieter Ostermann.

Der Gründer und Geschäftsführer von ODB Tec, einer Entwicklungs- und Servicegesellschaft für marktnahe Anwendungen der Nanotechnologie mit Sitz im Neusser Taubental, gehört zu den 60 Mitgliedern des noch jungen Netzwerks. Dieses hoch spezialisierte Unternehmen sucht in erster Linie Produzenten oder Zulieferer für seine Ideen.

Ziel des Netzwerks ist es, Projekte unter den Mitgliedern zu initiieren und zu koordinieren. Der Chempark-Betreiber Currenta aus Dormagen gab dafür die Startfinanzierung und stellt mit Ernst Grigat den Vorstandsvorsitzenden. Mit seinem Stellvertreter Peter Pape von 3M Deutschland ist ein weiterer Unternehmensvertreter aus dem Rhein-Kreis im Vorstand vertreten.

Die Netzwerker kommen zu regelmäßigen Themenabenden zusammen, bei einem "Cross-Table-Dinner" lernten sie sich nach dem Zufallsprinzip kennen. "Jeder Teilnehmer zog die Nummer für einen Tisch und saß dort mit drei ihm unbekannten Firmen zusammen. Nach einiger Zeit wechselte jeder den Tisch", erzählt Dieter Ostermann.

Seinen Gesprächspartnern konnte der promovierte Physiker von seinem entwickelten Isolierglas-Sonnenkollektor oder dem Nanostruktur-Wasserstoff-Katalysator berichten. Der Katalysator ist noch gar nicht auf dem Markt, wurde aber bereits mit dem "Industriepreis 2013" ausgezeichnet. Die Neusser sehen sich als Bindeglied zwischen Forschung und Industrie, sind im Besitz von 40 Patenten und zwei Markenlizenzen. "Wir bringen ein Produkt bis zur Marktreife. Unternehmen können dafür Lizenzen erwerben und es dann unter eigenem Namen produzieren", sagt Ostermann. Seine 2004 gegründete Firma zeigt, dass es für Innovation nicht viel Platz und eines großen Mitarbeiterstabes bedarf, sondern vor allem cleverer Köpfe.

Ein verwinkelter Flur in den Räumen an der Bussardstraße führt zu den einzelnen Büros, eine Etage tiefer wird in einem kleinen Labor getüftelt. Zwölf Mitarbeiter beschäftigt ODB Tec. Sie sind Chemiker, Physiker, Techniker, Laboranten und Ingenieure. Gerne würde Dieter Ostermann für den ganzen Weg der Entwicklung von der Idee bis zum Prototypen Partner aus der Region gewinnen.

Das Netzwerk Innovative Werkstoffe verfügt neben seinen festen Mitgliedern über rund 1200 regionale Kontakte. Der ehemalige Geschäftsführer Mario Bernards hatte den Anspruch, jedes Mitglied zweimal im Jahr zu besuchen. Sein Nachfolger Claus Hasenkamp setzt auf Kontinuität und wird diesen Weg fortführen. Dabei soll sich das Netzwerk mittelfristig auf ganz Nordrhein-Westfalen ausweiten.

(NGZ/rl)
 
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