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Rhein-Kreis Neuss
Panama Papers - Datenbank legt Spur in den Rhein-Kreis

Diese Promis stehen unter Verdacht
Diese Promis stehen unter Verdacht FOTO: afp, jr
Rhein-Kreis Neuss. Die Spur der Panama Papers führt auch in den Rhein-Kreis Neuss. Das geht aus der Datenbank hervor, die das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) am Montagabend frei verfügbar ins Internet gestellt hat. In der Datenbank finden sich Rohdaten mit Informationen zu Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Rechtssystemen. Gelistet sind auch fünf Adressen im Rhein-Kreis - zwei in Neuss und je eine in Dormagen, Meerbusch und Korschenbroich. Für Grevenbroich, Kaarst, Jüchen und Rommerskirchen finden sich hingegen keine Einträge in der Datenbank. Allerdings bedeutet eine dort auftauchende Adresse nicht, dass auch eine Straftat vorliegt.

Das stellte auch der Landtagsabgeordnete Lukas Lamla (Piraten) gestern in einer Mitteilung klar. "Ob und inwieweit diese Adressen mit zwielichtigen Briefkastenfirmen und Steuerhinterziehungen in Verbindungen stehen, muss nun von den Finanzämtern und Ermittlungsbehörden untersucht werden", sagt er. Denn teilweise sollen es legale Strategien zur Steuervermeidung gewesen sein. Zudem stellt sich die Frage, ob wirklich alle gelisteten Adressen unmittelbar mit den Panama Papers in Verbindung stehen. Manch einer, zu dem die Spur der Daten führt, fällt aus allen Wolken - weil er sich nicht erklären kann, wieso seine Adresse in der Datenbank auftaucht.

Ob das ein verspäteter April-Scherz sei, möchte einer der Betroffenen zunächst auf Anfrage unserer Redaktion wissen. Nein, ist es nicht. Seinen Namen möchte der Mann nicht veröffentlicht wissen, aber gemeinsam wird die Datenbank durchstöbert. Die Spur führt zu seiner Adresse - und zu seinem verstorbenen Vater. "Das ist ja krass", sagt er. "Mein Vater, meine Familie und ich haben uns nichts zuschulden kommen lassen", sagt er. Und davon abgesehen habe er auch gar nicht die finanziellen Mittel für irgendwelche Geschäfte in Steueroasen. Damit ist er nicht allein. So geht es auch einem Rentner aus Meerbusch, der betont, kein Geld über Panama angelegt zu haben.

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(abu)
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