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Rhein-Kreis Neuss
Pläne für die Wirtschaft von übermorgen

Rhein-Kreis Neuss. Tag eins der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real in München nutzten die Rhein-Kreis-Kommunen und der Niederrhein für Standortmarketing. Geworben wurde mit bekannten Stärken und Zukunftsideen für die Region. Von Frank Kirschstein

Zusammenarbeit, Kooperation, Gemeinschaft - kaum ein Statement der Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte vom Niederrhein kam gestern ohne mindestens eine dieser Vokabeln aus. Noch nie wurde der Schulterschluss der Städte Mönchengladbach und Krefeld mit dem Rhein-Kreis, den Kreisen Viersen, Kleve und Wesel sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein so demonstrativ vorgetragen wie beim gestern gestarteten Messeauftritt in München. IHK-Präsident Heinz Schmidt sieht den Niederrhein in einer historisch beispiellos guten Situation: "Dort gibt es die anderswo versprochenen blühenden Landschaften wirklich." Exportquote weit über dem Landesdurchschnitt (Niederrhein 53,2, Land 46 Prozent), Bruttoinlandsprodukt mit hohen Steigerungsraten, niedrige Arbeitslosigkeit - Schmidt hob auf Fakten ab und sprach von der Grundlage für den Wirtschaftsboom: "Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Die Kommunen am Niederrhein haben jetzt schon ein hervorragendes Verhältnis untereinander - und das wird mit der Metropolregion Rheinland noch besser werden."

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke warnte davor, den eingeschlagenen Weg zu verlassen: "Wir dürfen nicht in die Isolation zurückfallen." Nur als Region hätten Niederrhein und Rheinland die Chance, sich im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zu behaupten. Gezieltem Abwerben von Unternehmen innerhalb der eigenen Region, wie im Sommer von Langenfeld mit Plakataktionen in den Nachbarkommunen praktiziert, erteilte Petrauschke eine klare Absage: "Das geht gar nicht." Für Mönchengladbachs OB Hans Wilhelm Reiners ist klar: "Wir brauchen einen positiven Lobbyismus für das Rheinland." Bürgermeister Martin Mertens aus Rommerskirchen unterstreicht das und berichtet von erfolgreichen Kooperationen mit der Nachbargemeinde Bedburg, wofür eine Planungsgruppe unter Beteiligung der Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln eingerichtet worden sei: "Wir müssen weg vom Kirchturmsdenken, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen." Dafür, so Mertens, braucht es nicht nur neue Grundstücke, sondern auch die Ansiedlung von Unternehmen, die an Zukunftstechnologien arbeiten. Im interkommunalen Gewerbegebiet von Grevenbroich und Rommerskirchen, nahe den Kraftwerken, könne dies zum Beispiel die Erforschung neuer technischer und chemischer Verwertungsmöglichkeiten für die Braunkohle sein. Harald Zillikens, Bürgermeister aus Jüchen, plant ebenfalls bereits für ein interkommunales Gewerbegebiet mit Grevenbroich: "Im rekultivierten Tagebau, direkt an der Verkehrshauptschlagader zwischen Beneluxländern und Ruhrgebiet, ohne direkte Anwohner und deshalb für produzierendes Gewerbe perfekt geeignet." Die "Blaupause" für das Gebiet liefere der mit Mönchengladbach entwickelte Regiopark, in dem in den vergangenen Jahren 3000 neue Jobs entstanden seien. Ein Vorbild für den gesamten IHK-Bezirk, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

In den nächsten Jahren sollen im Kammerbezirk 350 Hektar neue interkommunale Gewerbefläche zur Verfügung stehen. Wenn es - darauf drängten die Kommunen gestern auch im Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin - gelingt, diese Gebiete auch in der neuen Landes- und Regionalplanung zu verankern. Nur so, sagt Steinmetz, lässt sich die wirtschaftliche Zukunft der Region sichern: "Wir planen heute das, was übermorgen am Niederrhein möglich sein wird."

Quelle: NGZ
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