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Rhein-Kreis Neuss
"Pro Erdkabel" reagiert "mit Befremden" auf Gröhe

Rhein-Kreis Neuss: "Pro Erdkabel" reagiert "mit Befremden" auf Gröhe
FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Rhein-Kreis Neuss. Die Sprecher der Initiative "Pro Erdkabel" für den Bereich Neuss-Reuschenberg gehen auf Distanz zum in Neuss wohnenden Bundesminister Hermann Gröhe (CDU), dessen Wahlkreis (Dormagen, Grevenbroich, Neuss, Rommerskirchen) die geplante Stromautobahn Ultranet quert. Gröhe folge "nur Argumenten der Betreiber der neuen Stromtrassen", die seit Jahren gegen jeden Meter Erdkabel mit "immer wieder neuen Argumentationsschleifen kämpfen". Die Angriffe auf Gröhe formuliert neben dem früheren Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Neusser Rat, Heinrich Köppen, auch Gröhes Neusser Parteifreund Willi Traut. "Während Seehofer für die Gesundheit und übrigen Interessen seiner Bürger und seines Landes kämpft", schreiben Traut und Köppen in ihrer Presseerklärung, "können wir eine kämpferische Haltung des Bundesgesundheitsministers und Bundestagsabgeordneten Gröhe für die Gesundheit und Interessen ,seiner' Bürger und ,seines Wahlkreises' nicht feststellen."

Die vom Bundeskabinett beschlossene Priorisierung "Vorrang für Erdkabel gegenüber Freileitungen" gilt nicht für Ultranet-Trasse, die zwischen Meerbusch und Philippsburg in Baden-Württemberg das Kreisgebiet durchschneidet. Gröhe hatte die Kabinettsentscheidung damit begründet, dass das fortgeschrittene Genehmigungsverfahren nicht verzögert werden solle und es gelte, "zügig Erfahrungen mit der in Deutschland erstmals erprobten Hybridtechnologie zu sammeln", bei der Gleich- und Drehstromleitungen gleichzeitig genützt würden. Gröhe betonte gegenüber der NGZ jedoch, dass er damit die Begründung des Wirtschafts- und Energieministeriums wiedergegeben habe. Die Initiative "Pro Erdkabel" fordert, dass der Beschluss "Erdkabel vor Freiluftleitung" auch für NRW gelten müsse.

(lue-)
 
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