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Rhein-Kreis Neuss
Region ringt um Auszubildende

Rhein-Kreis Neuss: Region ringt um Auszubildende
Sie stellten die Zahlen für das Ausbildungsjahr 2017 vor: Stefan Bresser (l.) und Klaus Koralewski (r.) von der Kreishandwerkerschaft, Angela Schoofs und Jürgen Steinmetz. FOTO: IHK
Rhein-Kreis Neuss. Unterm Strich gilt beim Blick auf den Ausbildungsmarkt 2017, dass es zwar mehr Stellen, dafür aber weniger Bewerber gibt. Das ist eine Herausforderung für die Unternehmen. Beim Handwerk hingegen ziehen die Azubi-Zahlen deutlich an. Von Andreas Buchbauer

Mehr Ausbildungsplätze und weniger Bewerber - das ist die Bilanz auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr. Die Zahlen wurden jetzt von Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein sowie Kreishandwerkerschaft vorgestellt. Im Rhein-Kreis Neuss warb der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit mit dem Jobcenter 2230 Ausbildungsstellen im Berichtsjahr 2016/17 ein - 112 mehr als im Vorjahreszeitrum. Allerdings ging parallel dazu die Zahl der Bewerber um 360 auf 3303 zurück.

Die Agentur für Arbeit sieht Handlungsbedarf, um in Zukunft wieder mehr Jugendliche für die duale Ausbildung zu begeistern. Leiterin Angela Schoofs kündigt an, nicht nur die Berufsberatungen in den Schulen auszubauen und zu verstärken. Man werde auch das Engagement außerhalb der Schulen fortsetzen und zum Beispiel "in Einkaufszentren noch mehr Präsenz zeigen, um die jungen Menschen und auch ihre Eltern dort abzuholen, wo sie auch in der Freizeit sind".

Bei der IHK Mittlerer Niederrhein blieb die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge im Rhein-Kreis Neuss trotz leichten Rückgangs im Grunde stabil. Zum Stichtag 30. September waren es 1501 - fünf weniger als im Vorjahreszeitraum. Im gesamten IHK-Bezirk waren es 4340 Verträge (Vorjahr: 4420). Grundsätzlich bezeichnet IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz die Zahlen angesichts rückläufiger Schulabgänger- und Bewerber- sowie steigender Studierendenzahlen als zufriedenstellend. Ein Zuwachs wurde bei den gewerblichen Ausbildungsverhältnissen verzeichnet. Dort sind es 1339, im Jahr zuvor waren es 1238.

Das alles bedeutet jedoch eine Herausforderung für die Unternehmen in der Region. Schon jetzt ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar. Laut des jüngsten IHK-Konjunkturberichts haben zwei Drittel der Befragten aktuell Personalbedarf. Und: Jeder zweite Betrieb hat die Sorge, bei anhaltendem Fachkräftemangel sein Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen zu können. Die Ausbildung ist ein wichtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. "Eine besondere Aufgabe bleibt es, Unternehmen und mögliche Azubis zusammenzubringen und für die duale Ausbildung bei Jugendlichen, Eltern und Lehrern zu werben", betont Jürgen Steinmetz.

Dass dies gelingen kann, zeigt das Handwerk. Im Bereich der Kreishandwerkerschaft Niederrhein wurden 1504 Lehrverträge abgeschlossen - 9,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Trend, der im Rhein-Kreis sogar deutlich stärker ausfällt. Dort wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 571 Lehrverträge geschlossen - 21,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders die Elektroniker (plus 65,3 Prozent) und die Land- und Baumaschinenmechatroniker (plus 56,8 Prozent) melden deutliche Zuwächse. Metallbauer, Maler- und Lackierer, Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Tischler und Friseure melden Zuwächse über 20 Prozent.

Quelle: NGZ
 
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