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Rhein-Kreis Neuss
Rhein-Kreis klettert im Zukunftsatlas

Rhein-Kreis Neuss. Im Standort-Ranking des Forschungsinstituts Prognos belegt der Rhein-Kreis Neuss bundesweit Rang 97 von 402. Im Vergleich zu 2013 geht es um 21 Plätze nach oben. Im Land NRW hat der Kreis die sechstbesten Zukunftschancen. Von Martin van der Pütten

Die Zukunftsaussichten für die Menschen im Rhein-Kreis Neuss haben sich in den vergangenen drei Jahren verbessert. Das ist eine Aussage des neuen Standort-Rankings des Forschungsinstitutes Prognos. Insgesamt fließen 29 wirtschaftliche und soziale Kennzahlen in die Bewertung ein. Demnach ist der Rhein-Kreis gegenüber dem Jahr 2013 im sogenannten Zukunftsatlas um 21 Plätze gestiegen und liegt nun unter allen 402 Kreisen und kreisfreien Städten der Bundesrepublik auf Rang 97. In den Studien der Jahre 2004 bis 2010 hatte der Rhein-Kreis allerdings noch etwas besser abgeschnitten (Plätze 71, 61 und 74).

Aktuell werden dem Kreis "hohe Chancen" für die Zukunft attestiert - immerhin die drittbeste von acht möglichen Kategorien. In Nordrhein-Westfalen schätzen die Experten nur die Boomstädte Düsseldorf, Bonn, Köln und Münster sowie den Kreis Gütersloh (Bertelsmann, Miele) noch stärker ein. "Wir sind wieder in die Top 100 aufgestiegen und zweitstärkster Flächenkreis in NRW, der Weg geht nach oben", sagt Robert Abts, Leiter der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises. "Wir sind mit der Entwicklung relativ zufrieden, schade nur, dass NRW insgesamt nicht gut abschneidet", sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und kündigt an: "Wir werden unsere im Grundsatz wirtschaftsfreundliche Politik fortsetzen."

Positiv in die Bewertung des Rhein-Kreises eingeflossen sind die aktuelle wirtschaftliche Stärke, die Innovationsfähigkeit und die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. "Der Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist schon seit zwölf Jahren gut, seit drei Jahren aber extrem gut", nennt Frank Wolters, Leiter der Neusser Wirtschaftsförderung, einen bedeutenden Faktor für den Erfolg. Dabei profitiert der Kreis auch von seiner Lage zwischen Düsseldorf und Köln. "Dort finden die Unternehmen Mitarbeiter und Kunden. Auch die gute Anbindung an die Flughäfen Düsseldorf und Köln, die Binnenhäfen und das dichte Schienen- und Autobahnnetz sind wichtige Standortvorteile", erläutert Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Er weist aber auch auf den Strukturwandel im Kreis durch die Energiewende hin. Die Ansiedlung neuer Unternehmen sei eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Auch die Wirtschaftswissenschaftler von Prognos sehen für den Rhein-Kreis Steigerungspotenzial. Eher durchschnittlich sei die wirtschaftliche Entwicklung (Dynamik) gewesen. Auch der Wohlstand sei in anderen Regionen noch größer und der demografische Wandel stelle eine gewaltige Zukunftsherausforderung dar.

Erstmals ausgewiesen wurde in der Studie ein Wert für den Grad der Digitalisierung. Es wurde dazu untersucht, wie viele Menschen in digitalen Jobs arbeiten, welche Mitarbeiter Firmen in Stellenanzeigen suchen und wie viele IT-Gründungen es gibt. Hier erhält der Rhein-Kreis Neuss drei von möglichen fünf Sternen, was für einen Flächenkreis ein überdurchschnittlich guter Wert ist. Doch IHK-Chef Steinmetz mahnt, sich darauf nicht auszuruhen: "Wir sind in Deutschland und NRW beim Breitbandausbau nicht ehrgeizig genug, hier könnte auch der Rhein-Kreis stärker vorangehen."

Quelle: NGZ
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