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Rhein-Kreis Neuss
Schüler lernen ihre Traumberufe kennen

Rhein-Kreis Neuss: Schüler lernen ihre Traumberufe kennen
Urkunden für vorbildliche Arbeit in der Berufsinformation: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (links) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (rechts) übergaben die Auszeichnungen im Swissôtel in Neuss. FOTO: A. Woitschützke
Rhein-Kreis Neuss. Während des Berufsinformationstages "Check-In Berufswelt" stellten Firmen den 1120 Schülern ihre Ausbildungsberufe vor. Von Dagmar Fischbach

Der 17-jährige Kamil will eine Ausbildung machen, aber wie viele Jugendliche in seinem Alter, weiß auch Kamil noch nicht so genau, was er einmal werden will. Seit einem halben Jahr lebt der Pole in Deutschland. In einer speziellen Klasse lernt er derzeit Deutsch für Ausländer am Dormagener Berufsbildungszentrum (BBZ). Jetzt nutzte der 17-Jährige das Angebot des "Check-In"-Berufsinformationstags im BBZ.

Seit sechs Jahren gibt es diesen Job-Schnuppertag im Rhein-Kreis Neuss, dem Kreis Viersen und den Städten Mönchengladbach und Krefeld. Er bietet den Schülern die Möglichkeit, sich in den Unternehmen umzusehen und über die verschiedenen Berufsfelder zu informieren. 1120 Schüler aller Schulformen und 66 Unternehmen haben sich im Rhein-Kreis Neuss dieses Jahr an der Aktion beteiligt. "Für Kamil war ,Check-In Berufswelt' ein Segen. Er bekam Einblicke in die Firmen und konnte sich ein Bild von möglichen Berufen machen. Manche Unternehmen hatten sogar extra einen Dolmetscher organisiert", sagt Christiane Winkler. Sie ist Sozialarbeiterin im Dormagener BBZ und "Check-In"-Beauftragte der Schule. Mit Infoständen im Foyer und ausführlichen Gesprächen hat sie die Schüler auf den Berufswelt-Tag am 18. Juni vorbereitet.

"Sie begegnen den Firmen dabei auf Augenhöhe. Denn es sind nicht nur die Personalchefs, mit denen sich die Jugendlichen unterhalten, sondern überwiegend Auszubildende, die durch das Unternehmen führen und Fragen beantworteten", erläutert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Jürgen Steinmetz.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ist von "Check-In" überzeugt: "Es zeigt den jungen Menschen, dass es durchaus attraktive Alternativen zu Universität und Fachhochschule gibt. Der aktuelle Akademisierungswahn führt zu vielen Studienabbrüchen, weil sich junge Menschen in eine Ausbildung verirren, die nicht zu ihnen passt", sagt er. Den Jugendlichen wieder den Blick für klassische Lehrberufe und Duale Ausbildungsgänge in Handwerk oder Industrie zu öffnen sei ein wesentlicher Aspekt des Berufsinformationstages, sagt Petrauschke. Auch der Schulleiter des Grevenbroicher Erasmus-Gymnasiums, Michael Jung, findet, dass die Veranstaltung eine wichtige Hilfestellung bietet: "Durch die Verkürzung der Schulzeit und den Wegfall des Wehrdienstes müssen sich unsere Schüler schon sehr früh für einen Beruf entscheiden. Angesichts der Vielfalt an unstrukturierten Informationen fällt das oft sehr schwer." Die 15-jährige Lais hilft ihren jüngeren Mitschülern an der Dormagener Bertha-von-Suttner-Gesamtschule bei der Suche nach Praktikumsplätzen und begleitet sie zum "Check-In"-Tag in einem Hotel. "Einige haben dabei für sich interessante Berufe entdeckt. Andere wissen jetzt, dass sie sich für die Berufsfelder nicht eignen. In jedem Fall war es für alle informativ", sagt sie. So ging es auch Kamil. Er hat seinen Traumberuf bei "Check-In"-Tag nicht gefunden: "Aber ich weiß jetzt, was ich nicht machen will - und etwas ausschließen zu können, ist der erste Schritt auf dem Weg das Richtige zu finden."

Quelle: NGZ
 
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