Rhein-Kreis Neuss

"Sixpack" lässt die Muskeln spielen

Martin Mertens, Ralf Müller, Sascha Solbach und Thomas Schröder (v.l.) loteten in München neue Chancen für das "Rheinische Sixpack" aus. FOTO: L. Berns

Rhein-Kreis Neuss. Rommerskirchen, Grevenbroich und Jüchen suchen Allianz mit ihren Nachbarn.

Für die Ende 2016 als "Rheinisches Sixpack" zur Förderung des Strukturwandels gestartete Allianz der Kommunen Rommerskirchen, Grevenbroich, Jüchen, Bedburg, Bergheim und Elsdorf war die Immobilienmesse Expo Real in München die Premiere auf internationalem Parkett. Wo sich Metropolen wie Moskau präsentieren, fand sich das Logo des Bündnisses erstmals an einer Messewand. Als Partner am Stand "Der Speckgürtel von Köln" signalisierten die Kommunen: Hier sind wir - und wir sind gemeinsam größer als viele vielleicht denken.

"Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv", sagt Sascha Solbach, Bürgermeister von Bedburg. "Gemeinsam betrachtet erreichen wir mit über 200.000 Einwohnern eine Größe, die uns für Investoren interessant macht", ergänzt der Rommerskirchener Bürgermeister Martin Mertens. Es sei an der Zeit, dieses Potenzial zu nutzen und hinderliche Grenzen, etwa die Zugehörigkeit zu verschiedenen Regierungsbezirken, zu überwinden. Die Kommunen verbinden viele ähnliche Problemstellungen, zum Beispiel die Optimierung des ÖPNV oder der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Letzteres Thema trieb Mertens und Bele Hoppe, Wirtschaftsförderung Rommerkirchen, bei der Expo Real besonders um. Bis zum Frühjahr hoffen sie dem Gemeinderat ein konkretes Konzept für ein neues Wohnprojekt auf einer 5000-Quadratmeter-Fläche an der geplanten Mobilstation am Rommerskirchener Bahnhof vorstellen zu können. Auch für die Stadt Grevenbroich war der Wohnungsbau der Schwerpunkt des Expo-Real-Besuchs: "Wir haben einen Bedarf von 1800 Wohnungen bis 2030", sagt Ralf Müller, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung.

Grevenbroich wolle aber mit Augenmaß bauen - schon wegen der Folgekosten für Kitas und Schulen. Kooperationen im "Sixpack" könnten eine Lösung sein, andere sieht Müller in Genossenschaftsmodellen, öffentlich-privaten Partnerschaften oder kooperativer Flächenentwicklung.

(ki-)

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