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Lokalsport
Abstieg von SW Neuss aus der Hockey-Bundesliga ist besiegelt

Neuss. Jetzt ist es amtlich: Der HTC SW Neuss steigt zum vierten Mal seit 2009 aus der Hockey-Bundesliga ab. Das stand bereits am Samstag nach dem 3:3 (Halbzeit 1:0) gegen den TSV Mannheim fest. Das Match am Tag darauf gegen den Tabellenführer Mannheimer HC ging mit 0:9 (0:3) verloren. Von Dirk Sitterle

Die Chancen, nach der Zweitliga-Meisterschaft endlich mal den Klassenverbleib im Oberhaus zu schaffen - an dieser Mission waren die Schwarz-Weißen bereits 2012 und 2014 gescheitert -, waren schon vor dem Duell mit dem TSV verschwindend gering gewesen. Davon offensichtlich unbeeindruckt spielte das Team, dem Trainer Omar Schlingemann unter der Woche - früher als von der Vereinsführung gewünscht - mitgeteilt hatte, dass für ihn am Saisonende nach fast drei Jahren Schluss ist, voll auf Sieg.

Nach furiosem, aber frustlosen Start der mit U18- und U21-Nationalspielern gespickten Gäste, wusste sich das Schlusslicht zu befreien und ging durch einen Rückhandschuss von Sebastian Draguhn sogar in Führung (18.). Kurz nach dem Seitenwechsel setzte der Ex-Weltmeister den Ball bei einer Strafecke an den Pfosten. Er durfte aber noch mal ran und erhöhte auf 2:0 (38.). Schon da schwante Schlingemann angesichts der brütenden Hitze Böses für seine auf entscheidenden Positionen recht alte Truppe. Seine düstere Prognose nach 45 Minuten: "Ab jetzt ist die Kontrolle weg, kannst du als Trainer nichts mehr machen." Prompt fingen sich seine Schützlinge binnen 120 Sekunden die Treffer von Nils Grünenwald (Strafecke/46.) und Moritz Rothländer (48.) zum 2:2. In einer Auszeit gelang es dem Coach aber doch, das Team zu sortieren. Zwar kam Fabio Bernhardt viel zu leicht zum heftig umjubelten dritten Tor der Mannheimer (60.), geschlagen waren die Neusser damit allerdings nicht. Drei Minuten vor dem Ende nutzte Philipp Weide einen folgenschweren Abspielfehler von Max Schulz-Linkholt in der eigenen Hälfte, um Sebastian Draguhn den Treffer zum 3:3-Ausgleich aufzulegen.

Danach wurde es noch mal turbulent. Zunächst rettete HTC-Keeper Jonas Radeke klasse gegen Nicolas Proske (69.), dann patzte Philipp Weide gleich zweimal: Sein schlampiges Anspiel unterbrach eine erfolgversprechende Angriffsattacke, sein anschließender Ballverlust bescherte Mannheim 14 Sekunden vor dem Ende die fünfte Strafecke. Die entschärfte der starke Jonas Radeke indes in großartiger Manier.

Die im ersten Spiel verbrauchten Körner fehlten den Neussern dann gestern im Duell mit dem Spitzenreiter. Bereits zur Pause führte der MHC durch Tore von Timm Haase (2) und Nationalspieler Florian Woesch mit 3:0. In Hälfte zwei trafen für Mannheim der argentinische Auswahlspieler Guido Barreiros (2), Jonathan Ehling (2), Felix Schües und Danny Nguyen Luong.

Quelle: NGZ
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