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Lokalsport
Abstiegszone beginnt auf Rang zehn

Dormagen. Die Zweite Handball-Bundesliga sieht härtesten Abstiegskampf aller Zeiten. Von Volker Koch

Die einen hätten ihre Serien gerne fortgesetzt, die anderen sind froh, dass erst einmal Pause ist. Bis auf die TSG Friesenheim und die Handballfreunde (HF) Springe, die sich morgen Abend noch zum Nachholspiel gegenüberstehen, genießen die meisten Zweitliga-Handballer erst einmal ein paar freie Tage - verständlich nach einer beispiellosen Terminhetze mit 21 Meisterschaftsspielen in vier Monaten.

Wie der TSV Bayer Dormagen, nehmen die meisten der 21 Klubs am 11. Januar wieder das Training auf. Anfang Februar starrtet dann der "Rest" der Saison - und für genau ein Dutzend Klubs der sportliche Kampf ums Überleben. Denn mit TuSEM Essen auf Rang zehn beginnt Zone der abstiegsgefährdeten Mannschaften. Mit 20:22 Punkten sind die Essener gerade mal fünf Zähler vom ersten Abstiegsplatz entfernt. In der umgekehrten Richtung trennen die Dormagener als Tabellenvorletzter nur vier Punkte vom rettenden 17. Tabellenplatz.

Will heißen: Der Liga steht der härteste Abstiegskampf aller Zeiten bevor. Der Vorteil der Dormagener: Sie dürfen noch elf Mal zu Hause antreten - so viele Heimspiele haben von den Kellerkindern sonst nur noch HG Saarlouis, Eintracht Hagen und SG Bietigheim vor der Brust. Der TuS Ferndorf (12), der SV Henstedt-Ulzburg und HF Springe (beide 11) haben schon deutlich mehr Partien vor heimischem Publikum absolviert. Doch ein Vorteil ist das nur, wenn die Bayer-Handballer ihre eklatant schwache Heimbilanz in der Rückrunde deutlich aufbessern - mit 6:12 Punkten bilden sie das Schlusslicht im Heim-Ranking. Auf der anderen Seite reichen 5:19 Punkte immerhin zu Rang 15 in der Auswärtstabelle, in der Ferndorf (ein Unentschieden) und Springe (null Punkte) noch ohne Sieg dastehen. Eigentlich paradox, denn "normalerweise" steigen die Mannschaften ab, die die wenigsten Auswärtszähler sammeln.

Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (1. Spieltag der Rückrunde) hatten die Dormagener ebenfalls elf Pluspunkte (davon drei Auswärtszähler) auf ihrem Konto, aber drei Mannschaften (TV Hüttenberg, Eintracht Hildesheim, Eintracht Baunatal) hinter sich, die am Ende auch abstiegen. Diesmal sind es nur die Handballfreunde aus Springe, die trotz Trainerwechsels (Slava Gorpishin für Sven Lakenmacher) aus den letzten zehn Spielen nur zwei Punkte holten und angesichts von acht Zählern Rückstand auf das rettende Ufer den Anschluss zu verlieren drohen. Seit zehn Spielen sieglos ist der HC Empor Rostock, dessen letzter doppelter Punktgewinn das 28:21 über den TSV Bayer Dormagen vom 21. Oktober war. Auch der SV Henstedt-Ulzburg (2:14 aus den letzten acht Spielen) und Eintracht Hagen (4:12) verabschiedeten sich mit Negativserien in die Pause. Ähnlich atemberaubend ist die Bilanz der Rimparer Wölfe - nach 4:14 Zählern in Folge befindet sich der Vorjahresfünfte plötzlich mitten im Abstiegskampf.

In dem ein paar Zahlen deutlich zeigen, wo den TSV Bayer der Schuh drückt: 486 erzielte Treffer bedeuten die mit Abstand schlechteste Angriffsleistung aller Zweitligisten. Was sich auch in der Torschützenliste zeigt: Sebastian Damm liegt mit 115 Treffern (davon 63 Siebenmetern) auf Rang neun, erst hinter Alex Kübler (57. mit 67 Toren) folgt in Jo-Gerrit Genz (77. mit 57) der erste Rückraumschütze. Die Abwehr steht vergleichsweise gut da: 527 Gegentreffer bedeuten hier Tabellenplatz 16 - der würde im Gesamttableau die Rettung bedeuten.

Quelle: NGZ
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