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Lokalsport
Als die Galopprennbahn noch Heimat war

Lokalsport: Als die Galopprennbahn noch Heimat war
Eines der letzten Treffen im Februar 2013: Der kürzlich verstorbene, langjährige Rennvereins-Präsident Dr. Ernst Heitzmann, Helga von Randow, Rickwan Freiherr von der Lancken-Wakenitz und Hans-Heinrich Loeper (v.l.). FOTO: Linda Hammer
Neuss. Helga von Randow, über Jahrzehnte prägende Gestalt beim Neusser Reiter- und Rennverein, ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Von Klaus Göntzsche

Menschen prägen Rennvereine, Menschen sind Markenzeichen für Rennvereine. Helga von Randow war über Jahrzehnte prägend und ein Markenzeichen für den Neusser Reiter- und Rennverein. Bei Anrufen in dem längst kultigen Kontor mit dem Stallgeruch im alten Waagegebäude war sie am Apparat. Immer auf volle Betriebstemperatur geschaltet, stets leidenschaftlich. Manchmal anstrengend.

Helga von Randow war die Schwester von Oberst im Generalstab a. D. Harald von Gustedt, dem langjährigen Geschäftsführer des Neusser Rennvereins von 1951 bis 1967. Dem Mann, der den Preis der Perlenkette erfand und der nebenbei ab 1960 auch die Geschäfte der Neusser Stadthalle führte und das damals so genannte Werbeamt leitete.

Für 100 DM Gehalt begann Helga von Randow ihre Arbeit im Rennverein, und auch nach ihrer Pensionierung hat sie dort weiter ausgeholfen. Traditionen wurden gepflegt und deshalb trafen sich der kürzlich verstorbene, für die Geschichte der Neusser Rennbahn so bedeutende und prägende Präsident Dr. Ernst Heitzmann mit dem langjährigen Direktoriums.-Chefmanager Hans-Heinrich von Loeper stets zu einem Mittagessen mit Helga von Randow am 26. Januar, ihrem Geburtstag.

Um Helga von Randows Wirken überhaupt beurteilen zu können, muss die Namens-und Zeitliste der Präsidenten abgerufen werden, denen sie zur Seite stand. Unterschiedliche Persönlichkeiten mit ebenso vielen Interessen: Paul Kamper (1951-62), Dr. Adolf Flecken (1962-66), Erich Anderheiden (1967-73), Dr. Ernst Heitzmann (1973-90) und auch noch der jetzt in Hongkong tätige Winfried Engelbrecht-Bresges.

Als Geschäftsführer wirkte der stets lebensfrohe Karl Emde, nächtens wegen der großen Entfernung zur Wohnung im Oberbergischen Land oft in einer kleinen Butze in der Tribüne ruhend. Später war das der Gästeraum der Rennbahn. Heute wäre man froh, wenn es so etwas überhaupt gäbe.

Zumindest zum Preis der Perlenkette sah man Helga von Randow immer noch auf "ihrer" Rennbahn. Am vergangenen Samstag hat im Kölner Traditionslokal "Treppchen" in Rodenkirchen die Trauerfeier für die im Alter von 92 Jahren verstorbene Rennvereins-Mitarbeiterin stattgefunden. 14 Familienangehörige und der inzwischen 88 Jahre zählende Major a. D. Hans-Heinrich von Loeper (mit roter Rose) verabschiedeten sich auf ihre ganz besondere Weise von Helga von Randow.

Mit vielen Geschichten vom Neusser Rennsport, tollen Amateur-Rennen, einem Preis der Nationen und der Teilnahme von Turnier-Reitern der Weltspitze. Hans-Heinrich von Loeper: " Es gab in Neuss nicht nur Männer der ersten Stunde, sondern auch Frauen. Helga von Randow gehörte dazu."

Quelle: NGZ
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