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Lokalsport
Anwurf !

Lokalsport: Anwurf !
Es wird mit harten Bandagen gekämpft werden in der 3. Handball-Liga West - egal ob zwischen TSV Bayer Dormagen, HSG Krefeld (Bild oben Eloy Morante Maldonado und Marcel Görden) und Leichlinger TV (Bild rechts, blaue Trikots) um den Titel oder wie der TV Korschenbroich (Bild rechts, Tim Dicks, mit Ball) um den Klassenerhalt. FOTO: H. Zaunbrecher/M. jäger
Rhein-Kreis. Am Freitagabend beginnt mit dem Duell zwischen dem TSV Bayer Dormagen und dem Leichlinger TV die neue Spielzeit in der Dritten Handball-Liga West. Der Kampf um den Auf- und gegen den Abstieg tobt bis zum 5. Mai 2018. Ein Ausblick: Von Volker Koch

Eines lässt der Blick auf den neuen Spielplan schnell deutlich werden: Die Zeit der Verlässlichkeit ist auch im Handball vorbei. Der TSV Bayer Dormagen zum Beispiel trägt seine 15 Vorrundenspiele in der Dritten Liga West an acht (!) unterschiedlichen Terminen aus - mal wird Freitagabends gespielt, mal am späten Sonntagnachmittag, sogar ein Mittwoch ist darunter. Die "klassische" Anwurfzeit - Samstag 19 oder 19.30 Uhr - verschwindet immer mehr aus den Terminplänen, im Falle des TSV Bayer sind es genau vier Partien (davon zwei Heimspiele), die dann angepfiffen werden.

Ob sich so mehr Fans in die Hallen locken lassen, darf bezweifelt werden. Eigentlich schade. Denn die achte Saison der 3. Liga West, die am Freitagabend mit gleich drei Begegnungen (darunter dem Duell zwischen TSV Bayer Dormagen und Leichlinger TV) startet, verspricht eine höchst spannende zu werden. Und die letzte, an deren Ende die Meister aller vier Staffeln - falls sie ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen - direkt den Sprung in die Zweite Liga schaffen. Weil die nämlich am Ende der Saison 2018/19 auf 18 Klubs reduziert wird, steigen dann nur noch maximal drei Drittligisten auf. Der Kampf um den Titel Entsprechend heiß begehrt ist der Meistertitel. Gleich drei Vereine haben von sich aus Ansprüche angemeldet, alle drei wollen auch aufsteigen. Und alle drei stehen gleichfalls auf den Zetteln der Konkurrenz ganz oben: Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf, Ex-Bundesligist TSV Bayer Dormagen und die HSG Krefeld, die offiziell nur von einem Platz unter den ersten Drei spricht. Zwei weitere Klubs - der Longericher SC und der Leichlinger TV - haben das Zeug, in diesen Dreikampf einzugreifen. Und meist gesellt sich noch ein Team hinzu, das keiner auf seiner Favoritenrechnung hatte - so wie im Vorjahr die Longericher, so wie im Jahr davor die Bundesliga-Reserve von GWD Minden. Diesmal könnte die SG Schalksmühle-Halver oder der - mal wieder - aus dem Norden in den Westen versetzte OHV Aurich diese Rolle spielen. Die Top-Favoriten Ein Durchmarsch wie in der vergangenen Saison, als der Neusser HV nur einen Punkt abgab, dürfte schwer zu wiederholen sein. Am ehesten noch vom TuS Ferndorf: Die Siegerländer unterstrichen in der ersten DHB-Pokalrunde mit ihren Sensationssiegen über Erstligist GWD Minden (23:22) und Zweitligist TV Emsdetten (29:23), wie ernst es ihnen mit dem Unternehmen "direkter Wiederaufstieg" ist. Am aktivsten auf dem Transfermarkt war die HSG Krefeld, holte acht Neue, darunter erfahrene Haudegen wie Jens-Peter Reinarz und Simon Ciupinski (beide von Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Hagen) und in Max Zimmermann, Hendrik Schiffmann und Michel Mantsch drei Leistungsträger aus Reihen des TV Korschenbroich. Und mit ihrem Umzug aus der Schulturnhalle Königshof in die 3000 Zuschauern Platz bietende Glockenspitzhalle setzten sie ebenfalls ein Zeichen Richtung Zweite Liga. Doch viele "Häuptlinge" machen noch lange kein Ensemble - das zu formen wird die Hauptaufgabe von Trainer Olaf Mast sein.

Ob der TSV Bayer Dormagen mit dem Duo mithalten kann, hängt davon ab, wie schnell sich die Mannschaft findet. Durch Verletzungen (die Neuzugänge Nuno Carvalhais und Daniel Eggert) und Abstellungen zur Jugend-Nationalmannschaft (Lukas Stutzke, Eloy Morante Maldonado) hatte Neu-Trainer Ulli Kriebel zur Vorbereitung kaum ein Mal seine komplette Truppe beisammen. Zum Problem könnte die Position zwischen den Torpfosten werden: Wann Sven Bartmann, sicher einer der besten Keeper der Liga, wieder spielt, ist offen. Und Janis Boieck ist zwar hochtalentiert, aber noch sehr jung - und auf der Linie zählt Erfahrung doppelt. Der Kampf gegen den Abstieg Er verspricht - aus Sicht der Betroffenen: droht - genauso spannend zu werden wie der am anderen Ende der Tabelle. Drei steigen am Saisonende ab, drei sind neu in der Liga: ATSV Habenhausen, am Sonntag erster Gegner des TV Korschenbroich, die SG Menden Sauerland Wölfe und die HSG Bergische Panther. Doch diese Rechnung ist zu einfach - in den vergangenen Jahren hat immer mindestens einer der Aufsteiger die Klasse gehalten. Von den "etablierten" Drittligisten scheint ein Trio akut gefährdet: Der TuS Volmetal, der sich in der Vorsaison nur durch den um eine Winzigkeit besseren direkten Vergleich gegenüber der SG Langenfeld auf den drittletzten Tabellenplatz und dann über die Relegation rettete. Der VfL Gummersbach II, dessen Lage durch die prekäre Personalsituation im Bundesliga-Team noch verschärft wird.

Und der TV Korschenbroich. Der Umbruch in der Waldsporthalle war gewaltig: Aus dem Hinrundeteam der vergangenen Spielzeit gehört nur noch das Torhüterduo Max Jäger und Felix Krüger zum Aufgebot, von den Neuen haben die wenigsten Drittliga-Erfahrung, höherklassig hat allein Jäger schon gespielt. Dem Kader fehlt (körperliche) Substanz und offensichtlich auch eine gewisse Fähigkeit zu konstanten Leistungen: Drei Tage nach dem viel gelobten Auftritt gegen den TSV Bayer Dormagen war der beim ELE-Cup in Gladbeck erneut nicht Drittliga-reif (siehe gesonderten Bericht).

"Es wird schwer, aber wir stellen uns der Herausforderung", sagt Ronny Rogawska. Der Däne, in seiner sechsten Saison auf der Bank des TVK, scheint momentan der einzige Garant dafür, dass der Korschenbroicher Handball auch im dritten Jahrzehnt in Folge in einer der drei höchsten deutschen Spielklassen vertreten ist - der letzte Abstieg in die Oberliga liegt genau 22 Jahre zurück.

Quelle: NGZ
 
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