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Lokalsport
Aufgalopp

Lokalsport: Aufgalopp
FOTO: Klaus-Jörg Tuchel
Neuss. Ungeachtet der politischen Diskussion um die Zukunft der Rennbahn hat der Galopper-Dachverband vier Renntage von Ende Oktober bis Dezember in Neuss vorgesehen. Am Hessentor soll am 24. Oktober die Wintersaison starten. Von Klaus Göntzsche

Die Wintersaison des deutschen Galopprennsports auf den beiden Allwetter-Sandbahnen in Neuss und Dortmund beginnt am Dienstag, 24. Oktober in Neuss. Auf NGZ-Anfrage gab das Direktorium für Vollblutzucht-und Rennen in Köln die Termine bekannt (siehe Infokasten).

Am Neusser Hessentor finden bis zum Samstag, 23. Dezember zwei weitere Renntage statt: am Dienstag, 21. November und am Samstag, 9. Dezember. Alle Rennen werden wie in den letzten Jahren live in rund 10.000 Wettannahmestellen nach Frankreich übertragen. Die Termine wurden vom französischen Mehrheitspartner des deutschen Galopprennsports festgelegt - ohne jeden Einfluss aus Deutschland.

Von den Provisionen der dort erzielten Wettumsätzen (bis zu zwei Millionen Euro) werden die Rennen in Dortmund und Neuss im Wesentlichen finanziert - bis zu einer Maximalgrenze von rund 70.000 Euro. Die Neusser Bahn ist bei den Franzosen beliebt, weil die Rennverläufe aufgrund des überschaubaren und kurvenreichen Geläufs gut zu verfolgen sind. Die exakten Anfangszeiten stehen noch nichtfest, auch die Termine bis März 2018 noch nicht.

Der erste Neusser Renntag findet zwei Tage nach dem Herbst-Meeting in Baden-Baden/Iffezheim statt. Positiv für die Wettumsätze könnten sich die Kämpfe um die begehrten Championate bei den Trainern und Jockeys auswirken. Sowohl bei den Trainern als auch bei den Jockeys deutet sich ein Dreikampf an. Aktuell führt bei den Trainern Andreas Wöhler mit 48 Siegen vor Peter Schiergen (45) und Titelverteidiger Markus Klug (42.) Filip Minarik liegt bei den Jockeys mit 53 Siegen in Front vor Andrasch Starke (52) und Alexander Pietsch (49).

In der Funktion als Chefmanager des deutschen Galopprennsport erklärte der Neusser Vereinspräsident Jan Antony Vogel im Vorfeld der Großen Woche in Baden-Baden/Iffezheim: "Die Durchführung der Winterrenntage als ein fester Bestandteil unserer Galopprennsaison ist vom Dachverband nie in Frage gestellt worden."

Den Galopprennsport in Deutschland plagt ein grundlegendes Finanzierungsproblem. Vogel dazu: "Wir müssen gemeinsam die Voraussetzung für eine stabile und gesunde Finanzlage der Rennvereine schaffen. Rennwettsteuer-Rückvergütung, Zuwendungen an die NRW Rennvereine aus den Mitteln "Spiel 77" sind nur einige Themen, die dringend durch die Bundes- und Landespolitik gelöst werden müssen. Es reicht nicht aus, die Vollblutzucht und die Rennvereine, die die Leistungsprüfungen durchführen, verbal zu unterstützen." Vor allem die aus Sicht der Vereine völlig ungerechte Verteilung der Millionen in unbekannter Größenordnung aus der Buchmachersteuer bringt die Veranstalter in Schwierigkeiten. Zwischen den Bundesländern herrscht keine Einigkeit über die Verteilung und der Galopprennsport hat es versäumt, eine zielorientierte Lobbyarbeit zu betreiben.

Auf den Konten des deutschen Verbandes schlummern seit geraumer Zeit rund 13.2 Millionen Euro aus dem Transfer des Wettunternehmens Race Bets nach Schweden. Der deutsche Verband war daran beteiligt. Es könnten sogar noch etwas mehr als die 1,2 Millionen Euro werden. Mit Christian Sundermann (München) und dem Dortmunder Präsidenten und Geschäftsführer Andreas Tiedtke sind zwei Experten tätig, um eine sinnvolle Verwendung zu erarbeiten. In der Turf-Szene rumort es längst, weil der Verdacht besteht, ein Teil des Geldes sei bereits zur Linderung aktueller Finanznöte verwendet worden.

Quelle: NGZ
 
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