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Lokalsport
Auftritt des SCK macht stolz

Dinslaken. Trotz akuter Personalprobleme erkämpft der Fußball-Oberligist aus Kapellen 0:0 in Hiesfeld. Von Dirk Sitterle

Klar, ein fußballerischer Leckerbissen war das nicht gerade, was Oberligist SC Kapellen gestern Nachmittag als Gast des TV Jahn Hiesfeld anbot, doch das war Trainer Toni Molina diesmal total egal. Nach dem 0:0 schwärmte der Spanier: "Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft - sogar stolzer als nach so manchem Sieg."

Die Begeisterung versteht leicht, wer auf die personelle Ausstattung des SCK auf dem Rasenplatz am Freibad in Dinslaken schaut: Marcel Lüft (Rotsperre) und die angeschlagenen Jan Bresser und Dalibor Cvetkovic fehlten von vorneherein, am Morgen vor dem Spiel hatten Kapitän Tim Rubink (Notfall in der Familie) und David Dygacz (Rückenprobleme) abgesagt. Da auch Ersatzkeeper Nils Mahlstedt krank im Bett lag und Stammtorhüter Christopher Möllering ebenfalls nicht hundertprozentig fit war, kehrte gestern Oliver Seibert früher von seiner Hochzeitsreise an den Tegernsee zurück. Molina: "Das zeigt den Geist, der in dieser Mannschaft steckt."

Noch kurz vor dem Anpfiff gab es nämlich die nächste Hiobsbotschaft: Spielmacher Lennart Ingmann zog sich bei einem lockeren Schussversuch in der Aufwärmphase eine Verletzung am Sprunggelenk zu und musste passen. Vorsichtshalber doch noch auf der Bank Platz nahm darum Dygacz, der freilich ebenso kaum einsetzbar gewesen wäre wie der erst vor kurzem verpflichtete Japaner Naoya Okamura. Der von der A-Jugend ausgeborgte Mark Schiffer rückte von Beginn auf die linke Außenbahn - als einzige echte Alternativen standen damit nur Selcuk Yavuz und Andrej Hildenberg, der nach seiner Lungen-OP noch lange nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, zur Verfügung.

Dieses "letzte Aufgebot der Aufrechten", in dem sich viele Akteure an neue Positionen gewöhnen mussten - so ackerte Manu Ioannidis in vorderster Front -, ließ Molina im Catenaccio verteidigen. Dieser 1947 von einem gewissen Nereo Rocco im italienischen Triestina erfundene und vom legendären Helenio Herreras bei Inter Mailand perfektionierte Spielstil zielt in erster Linie darauf ab, gegnerischen Angriffsreihen den Spaß am Fußball zu verderben. Das gelang den Gästen mit großer Disziplin. "Hiesfeld hatte keine Lösungen", stellte Molina fest. Nur einmal patzte der SCK: Nach einer misslungenen Abwehraktion von Marcel Koch an der Seitenlinie geriet Joel Zwikirsch frei vor Möllering in Ballbesitz. Weil der bei der Bewertung von Zweikämpfen viel zu oft danebenliegende Schiedsrichter René Katernberg Kapellens Schlussmann bei seiner Rettungstat unerlaubte Beinarbeit zur Last legte, entschied er auf Elfmeter. Den parierte Möllering jedoch gegen Damiano Schirru (44.).

Viel fehlte nicht und die mit so vielen Problemen belasteten Gäste hätte sogar drei Punkte mit an die Erft genommen. Mit einem Lennart Ingmann in der Regiezentrale oder einem Stoßstürmer wie Andrej Hildenberg in Bestform wären aussichtsreiche Konterattacken wie die über die fleißigen Talha Demir und Ioannidis nicht im Sande verlaufen. Molina ersparte sich allerdings jegliche Kritik: "Die Mannschaft hat heute einen großen Kampf gezeigt."

Quelle: NGZ
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