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Lokalsport
Auftritt von Team Neuss lässt wohl keinen kalt

Lokalsport: Auftritt von Team Neuss lässt wohl keinen kalt
Das Team Neuss mit Elisabeth Simon an der Longe bot in Warendorf auf Smarti eine faszinierende Energieleistung. FOTO: Daniel Kaiser
Neuss. Im "Preis der Besten" kämpfen sich die Voltigierer vom Nixhof nach der Knieverletzung von Mittelfrau Eva Adrian zu fünft durch die Kür. Von Dirk Sitterle

Die Fakten lesen sich wenig prickelnd: Hinter dem RV Fredenbeck und dem Team Norka des VV Köln-Dünnwald schloss das Team Neuss den als erste Sichtung für die Europameisterschaften gewerteten "Preis der Besten" in Warendorf nur auf dem dritten Platz ab.

Und doch durften sich die Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen als Sieger fühlen, hatten sie das Publikum sowie die mit Helma Schwarzmann, Jochen Schilffarth, Ute Schönian und Rob de Bruin (Niederlande) hochkarätig besetzte Jury doch ans Herz gerührt. Ihre große Energieleistung trieb selbst Agnes Werhahn, gemeinsam mit Jessica Lichtenberg (beide Neuss) erfolgreichste Voltigiertrainerin der Welt, Tränen in die Augen: "Was die Gruppe hier geleistet hat, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Alle sind über sich hinausgewachsen." Und das war passiert: In der Pflicht verletzte sich Eva Adrian beim Abflanken genau an dem Knie, das sie mit gerissenem Kreuzband schon einmal zu einer langen Zwangspause gezwungen hatte. Für die Jüchenerin, die in drei Tagen ihren 18. Geburtstag feiert, war der Wettkampf damit beendet. Trainerin und Longenführerin Elisabeth Simon musste daraufhin entscheiden, ob sie ihr Team auch zu fünft ins Kürprogramm schickten sollte.

Mit dem kühnen Entschluss, sich dieser Herausforderung zu stellen, galt es für sie und ihre talentierte, aber unerfahrene Gruppe, gleich zwei Probleme zu lösen. Das erste: Wer übernimmt in den beiden rasch abgeänderten Kür-Vorstellungen den Part der verletzten Mannschaftskameradin? Die Hauptlast trug Untermann Leon Hüsgen, der dabei freilich ans Limit gehen musste - der Rest war grandiose Teamarbeit. Wie es den arg gehandikapten Schützlingen von Elisabeth Simon gelungen sei, die einzelnen Kürelemente wieder zu einem fließenden Stück zu vereinen, sei ganz großer Sport gewesen, stellte Agnes Werhahn begeistert fest. Keine Lösung gab es indes für das zweite Problem. Und das lag an den internationalen Voltigier-Richtlinien: Die schreiben nämlich explizit vor, dass alle sechs Mitglieder einer Mannschaft gleichwertig eingesetzt werden müssen. Geschieht das nicht, gibt es massiven Abzüge in der Artistiknote. Dennoch verbuchte der Europameister von 2015 respektable 7,657 Punkte. Hinter Fredenbeck (8,059) blieb der VV Köln-Dünnwald (7,949) in beiden Kür-Umläufen nicht fehlerfrei, wäre also für eine vollzählige Neusser Gruppe allemal angreifbar gewesen, zumal ihr Pferd Smarti die höchste Benotung erhalten hatte.

Für das im Aufbau befindliche Seniorteam vom Selikumer Nixhof ist die Qualifikation für die vom 2. bis 6. August im österreichischen Ebreichsdorf stattfindenden Europameisterschaften damit noch längst nicht passé. Beim internationalen Voltigierturnier in Krumke (CVI3*) vom 29. Juni bis 2. Juli werden die Karten komplett neu gemischt. Und auch das ganz große Ziel verliert das Team Neuss nie aus dem Auge: die Weltreiterspiele vom 10. bis 23. September 2018 im US-amerikanischen Tryon (North Carolina).

Quelle: NGZ
 
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