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Sportlerwahl
Balance zwischen Ausbildung und Sport

Neuss. Die Ringerin des AC Ückerath kämpft erst seit einem Jahr in der Seniorenklasse. Doch ihre Chancen auf internationale Einsätze sind gut. Wichtigster Wettkampf in diesem Jahr ist die Weltmeisterschaft mit der direkten Qualifikation für Rio 2016. Von Hannah Nehrig

dormagen Als Laura Mertens erfährt, dass sie von den NGZ-Lesern zur Sportlerin des Monats März gewählt worden ist, befindet sie sich in Tata (Ungarn) beim Lehrgang im Olympic Training Center mit den Bundestrainern Patrick Loes und Nicolae Ghita sowie neun weiteren Ringerinnen.

"Ich bin wirklich überrascht, dass ich gewonnen habe, da ich ja keine eingefleischte Dormagenerin bin," sagt die Athletin des AC Ückerath, die 2009 aus der Voreifel ins Sportinternat Knechtsteden zog, da sie dort bessere Trainingsbedingungen vorfand. "Die Wahl zeigt mir, dass einige NGZ-Leser meinen Namen dennoch durch den Sport kennen und meine Leistungen auch anerkennen. Für mich ist das eine Motivation, um noch besser zu werden und das Ringen bekannter zu machen." Seit drei Jahren absolviert sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin in Kooperation mit der medicoreha Neuss. "Hier werde ich optimal unterstützt, so dass ich auch in der Woche zweimal morgens trainieren sowie an Lehrgängen und Wettkämpfen innerhalb der Woche teilnehmen kann", erzählt die 22-Jährige. Ausgerechnet im vorolympischen Jahr mit der WM in Las Vegas als erste Olympia-Qualifikation steht auch der Ausbildungsabschluss an. "Viele Menschen und Institutionen, zum Beispiel der Olympia-Stützpunkt, der Rhein-Kreis Neuss und die Sportstiftung NRW, helfen mir, meinen Alltag noch besser auf den Leistungssport auszurichten. Klar muss man auf einiges verzichten, aber dafür sammelt man andere, wertvolle Erfahrungen mit dem Sport. Man muss und will Prioritäten setzten, um seine Ziele zu erreichen", sagt die Deutsche Meisterin aus dem vergangenen Jahr. "Genauso wichtig ist es jedoch, eine Balance zwischen Beruf, Sport und Freizeit zu finden. Ohne Erholung und ringkampffreie Momente fällt es mir schwerer, gute Leistungen im Training und Wettkampf zu bringen." Laura Mertens stammt aus einer Ringerfamilie, ihr Vater und ihr Taufpate sind in der Bundesliga angetreten. "Als kleines Kind hat mich meine Mama auf dem Arm in die Ringerhalle getragen", erzählt die ehrgeizige Sportlerin. Mit sechs Jahren begann sie, ihrem Vater nachzueifern. Bereits 2010 durfte sie olympische Luft schnuppern. Bei den Olympischen Spielen der Jugend in Singapur vertrat Mertens als einzige Ringerin die Nationalfarben und landete auf Platz vier.

Anfang Mai finden die Deutschen Meisterschaften in Nendingen statt. "Hier starte ich erstmals auf einer Deutschen Meisterschaft in der Gewichtsklasse bis 58 Kilogramm. Ich werde mein dort Bestes geben." Erst seit 2014 tritt Laura Mertens in der Seniorenklasse an, wo sie sofort Deutsche Meister, damals noch in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm, wurde.

Heimtrainer Heinz Schmitz begleitete sie 2014 zu ihrer ersten Weltmeisterschaft, wo Mertens im Achtelfinale ausschied. "Da es jetzt erst mein zweites Jahr bei den Senioren ist, möchte ich vor allem Erfahrungen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen sammeln und mich erstmal in der Klasse der weltbesten Ringerinnen einfinden. Ich habe die Olympischen Spiele 2016 in Rio fest im Blick, aber auch die Spiele in Tokyo 2020 könnten für mich sehr interessant werden. Da bin ich im perfekten Alter." Die nächsten Turniere und Lehrgänge sind für Mertens Qualifikation und hoffentlich Vorbereitung auf die ersten European Games im Juni in Baku. "Auf den internationalen Turnieren in Sofia und Dormagen ist eine Medaille mein Ziel, um mich gut zu präsentieren und um mit nach Baku fahren zu dürfen."

Quelle: NGZ
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