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Lokalsport
Basketball: TG Tigers fordern der Übermannschaft alles ab

Neuss. Nach acht Siegen in Folge mussten sich die Basketballerinnen der TG Neuss Tigers mal wieder geschlagen geben, doch dafür hatte die 2. Bundesliga Nord im TK Hannover schon ihre Übermannschaft aufzubieten. Nach vier extrem hart umkämpften Vierteln (19:19, 16:14, 19:18, 25:17) gewann der weiter ungeschlagene Tabellenführer (14 Siege) vor heimischem Publikum mit 79:68 (Halbzeit 35:33). Die Turngemeinde bleibt mit jetzt drei Niederlagen auf Rang zwei. Von Dirk Sitterle

Passend zum Topspiel Erster gegen Zweiten beschäftigte das fürs Bundesliga-Unterhaus personell ergreifend überqualifizierte Team aus Niedersachsen auch gestern zwei überragende Akteurinnen: Die US-Amerikanerin Melissa Jeltema, zu Saisonbeginn als beste Schützin der 1. Liga überraschend nach Hannover gewechselt, markierte 34 Punkte. Im dritten Viertel gingen 14 der vom Turn-Klubb 19 erzielten Zähler auf ihr Konto. Unterstützt wurde sie von Stefanie Grigoleit (14). Die beiden alleine waren für zwei Drittel der Punkteproduktion des Tabellenführers verantwortlich. Zudem kann sich der offiziell als Cheftrainer geführte Rodger Battersby den Luxus erlauben, in Doro Richter (3/4 Dreier) eine ehemalige Nationalspielerin von der Bank zu bringen. "Diese individuelle Qualität kannst du einem Gegner auf diesem Niveau einfach nicht wegnehmen", sagte TG-Trainerin Janina Pils: "Wir haben Hannover mit einer neuen Zonenverteidigung überrascht und gut und diszipliniert verteidigt. Aber es hat sich so angefühlt, als hätte der Gegner mindestens jeden zweiten Wurf von außen getroffen."

Trotzdem blieben die Gäste immer dran, ließen sich ähnlich wie im Hinspiel (72:85) auch von zweistelligen Rückständen nicht aus der Balance bringen. Im Gegensatz zum TK "Jeltema/Grigoleit" überzeugten die Tigers wieder als Team, dokumentiert von fünf Spielerinnen mit mehr als zehn Punkten. Dass es am Ende trotzdem nicht zur Sensation reichte, machte die Trainerin auch am fehlerhaften Vortrag in der Offensive fest. 26 Ballverluste, teilweise ohne allzu große Bedrängnis, waren eindeutig zu viel für ihren Geschmack. "Mit dieser extrem hohen Anzahl an Turnovern kannst du so ein Spitzenspiel nicht gewinnen", stellte sie nüchtern fest und resümierte: "Wenn ich also irgendwo einen Knackpunkt sehe, dann in der Offensive." Aber natürlich vergaß die 32-Jährige auch nicht, die Vorzüge des Spitzenreiters herauszustellen. "Deren individuelle Klasse muss man neidlos anerkennen."

Geschlagen waren die Tigers, die bis ins letzte Viertel hinein immer mal wieder vorne gelegen hatten, erst in der Schlussphase: Nach einem Dreier von Jana Heinrich zum 66:70 (38.) konterte Grigoleit ebenfalls von jenseits der Drei-Punkte-Linie mit den Punkten zum 73:66 für Hannover. Die Neusserinnen, die zuvor ihre Regisseurin Karly Roser mit dem fünften Foul verloren hatten, schickten den Primus nun an die Freiwurfline - die Nerven Grigoleits und Mihalyis hielten aber.

Quelle: NGZ
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