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Lokalsport
Bayer reicht die rote Laterne weiter

Dormagen. 28:27 in Henstedt beschert Interimstrainer Plaz "ein paar graue Haare mehr". Von Volker Koch

Mit dem dritten Spiel in Folge ohne Niederlage hat der TSV Bayer Dormagen gestern Abend den letzten Tabellenplatz der Zweiten Handball-Bundesliga verlassen und mit dem 28:27-Sieg (Halbzeit 17:16) über den SV Henstedt-Ulzburg die "rote Laterne" an die gestrigen Gastgeber weitergereicht. Vom ersten Nicht-Abstiegsplatz, auf den nach seiner 25:27-Niederlage bei Spitzenreiter HC Erlangen der TuS Ferndorf abrutschte, trennen die Dormagener jetzt noch fünf Punkte.

"Es war ein Krimi, wie ich ihn selten erlebt habe. Das hat mir bestimmt ein paar graue Haare mehr beschert", fasste Tobias Plaz das turbulente Geschehen vor nur 475 Zuschauern zusammen. Der Interimstrainer, unter dessen Regie der TSV nun 6:4 Punkte geholt hat (mit dem 22:21-Sieg über Bietigheim, bei dem er erkrankten Jörg Bohrmann vertrat, sogar 8:4), musste wie befürchtet auf die verletzten Max Bettin und Robin Doetsch verzichten. "Wir können uns nur bei der A-Jugend bedanken, dass sie uns trotz ihres zeitgleichen wichtigen Spiels Ian Hüter und Frederik Spinner zur Verfügung gestellt hat", sagte Plaz.

Vor allem Ian Hüter brachte in der Schlussviertelstunde Entlastung im Rückraum. Da drohte den Gästen, die nach 38 Minuten bereits mit 21:17 geführt hatten, das Spiel wieder zu entgleiten. Begünstigt durch "einige merkwürdige Pfiffe" (Plaz) der Unparteiischen Steven Heine und Sascha Standke ging Henstedt beim 23:22 durch Nico Kibat (46.) erstmals wieder in Führung aus baute diese bis auf 27:25 (55.) aus. Der nach 22 Minuten für den glücklosen Sven Bartmann eingewechselte Max Jäger verhindert in dieser Phase mit einigen Paraden gegen Gegenstöße der Hausherren einen höheren Rückstand.

In den letzten fünf Minuten überschlugen sich dann die Ereignisse: Zwei Siebenmeter durch Alexander Feld bringen Dormagen wieder auf 27:27 heran - da sind noch 2:36 Minuten zu spielen. Jo-Gerrit Genz wirft den TSV mit seinem neunten Treffer 47 Sekunden vor Ende sogar mit 28:27 in Front. Zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff hat Max Jäger den Ball, wird von Nico Kibat bedrängt und wehrt sich dagegen - was von den Unparteiischen mit "Rot" für den Dormagener Torhüter und Siebenmeter bestraft wird. Bartmann rückt wieder zwischen die Pfosten - und wehrt den Strafwurf von Kibat ab, den Nachwurf von Völzke blockt Patrick Hüter.

Erster Gratulant zum Sieg ist Dormagens Ex-Kämmerer Kai Uffelmann, seit Jahresfrist Kreisrat im nahen Harburg und zum Daumendrücken nach Henstedt gereist. Weiter geht es erst am 16. April mit dem Heimspiel gegen TuSEM Essen.

Quelle: NGZ
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