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Lokalsport
Bayer wirft in Friesenheim sechs Tore in dreißig Minuten

Ludwigshafen. Man muss kein Mathematiker sein, um sich das Angriffsniveau anschaulich zu machen, das der TSV Bayer Dormagen in der ersten Halbzeit seines Gastspiels bei der TSG Friesenheim den 1310 Zuschauern in der Friedrich-Ebert-Halle bot: Sechs Tore gelangen dem Tabellenvorletzten in dreißig Minuten - das ist statistisch gesehen alle fünf Minuten ein Treffer.

In den bisher absolvierten 416 Meisterschaftsspielen der Zweiten Liga fielen insgesamt 11.489 Tore, das macht statistisch gesehen alle 2,1 Minuten ein Tor. Noch Fragen? "Wir sind sicherlich in einer schwierigen Situation, aber trotzdem dürfen wir nicht so einen Handball anbieten wie in der ersten Halbzeit", sagt Jörg Bohrmann dazu. Was den Dormagener Trainer ebenso ärgerlich wie ratlos macht, ist die Tatsache, "dass wir vor der Pause all das nicht gespielt haben, was wir uns in dieser Woche im Training erarbeitet und was wir besprochen hatten." Warum seine Spieler immer wieder solche Blackouts haben, ist ihm schleierhaft. Dass sie es besser können, zeigten sie am Samstagabend in Durchgang zwei, den sie mit 17:14 für sich entschieden: "Und das musst du in Friesenheim erst einmal schaffen," sagt Bohrmann eingedenk der Heimbilanz der Gastgeber (sieben Siege, zwei Unentschieden), die mit dem 26:23-Sieg (Halbzeit 12:6) ihre aktuelle Serie auf 18:2 Punkte schraubten.

Sich dabei nach der Pause aber ausgesprochen schwer taten: "Es war zäh, wirklich zäh", gab Trainer Benjamin Matschke zu. Dem auch bewusst war, dass es durchaus noch enger hätte werden können, wenn Robin Doetsch beim Stande von 18:21 (50.) nicht mit seinem Gegenstoß an Torhüter Kevin Klier gescheitert wäre. Bitter für Bayer, bitter für Doetsch, der bis dahin aus neun Versuchen sieben Tore gemacht hatte - eins mehr als alle Dormagener in Halbzeit eins. Am Ende steuerte der Rechtsaußen ebenso acht Treffer zu den 23 bei wie Kreisläufer Alexander Kübler - was alles über die "Durchschlagskraft" des Rückraums sagt. Zieht man die zwei Siebenmeter von Max Bettin ab, bleiben drei Treffer durch ihn und zwei durch Jo-Gerrit Genz - so lässt sich auch mit einer guten Abwehr, "mit der wir reichlich Probleme hatten" (Ex-Nationalspieler Gunnar Dietrich), kein Spiel gewinnen.

(-vk)
 
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