| 00.00 Uhr

Lokalsport
Bei den Tigers geht so gut wie gar nichts

Neuss. Nach ganz schwacher Leistung kassiert der Basketball-Zweitligist aus Neuss gegen die an diesem Tag besseren Bender Baskets Grünberg die erste Saisonniederlage. Beim 61:71 vor heimischem Publikum erreicht keine Spielerin Normalform. Von Dirk Sitterle

In den beiden ersten Saisonspielen zeigte die TG Neuss bei den Siegen über die Bergischen Löwen (72:60) und Opladen (83:77), wie das aussieht, wenn es ziemlich optimal läuft. Seit gestern kennen die Anhänger der Basketball-Zweitligisten auch das andere Gesicht der Tigers. Nach der verdienten 61:71-Heimniederlage (Halbzeit 30:28) gegen die Bender Baskets Grünberg fand Trainerin Janina Pils gewohnt klare Worte: "Wir haben heute nicht abgeliefert - und zwar als Mannschaft." Zu allem Übel verletzte sich auch noch Franziska Worthmann am Sprunggelenk und droht länger auszufallen.

Irgendwie war gestern von Anfang an der Wurm drin im Spiel der Gastgeberinnen. In einer frühen Auszeit versuchte die Trainerin, ihre Mädels einzufangen - vergeblich. Grünberg wirkte reifer, hatte in Margaret Proffitt zudem eine kluge Lenkerin auf dem Feld. Mit zwölf ihrer insgesamt 20 Punkte sorgte sie dafür, dass die Hessinnen bis zur 20. Minute vorne lagen. Erst ein Dreier von Karo Tzokov sorgte für die erste Führung der Tigers (28:27), die trotz unterirdischer Angriffsleistung (8/32 Würfe für 25 Prozent) sogar mit einem Vorsprung in die Kabine gingen (30:28). Mit Wiederbeginn war Neuss zunächst präsenter - dann brach das Unheil mit Macht über Briana Williams, Julia Duggen & Co. herein: Zunächst knickte Franzi Worthmann unter dem Korb der Gäste um und musste mit schmerverzerrtem Gesicht vom Feld geführt werden. Dann kassierte Yanina Todorova, die im Aufbau in Abwesenheit von Seraphina Asuamah-Kofoh hoffnungsvolle Ansätze zeigte, nach einem verpassten Korbleger ihr viertes persönliches Foul. Und schließlich ließ sich Jana Heinrich beim Kampf um den verlorenen Ball frustriert zu einem "Unsportlichen Foul" hinreißen. Isabell Meinhart verwandelte die fälligen Freiwürfe zum 39:37 für Grünberg - und weil die Gäste das zusätzlich zugesprochene Angriffsrecht in einen weiteren Treffer umsetzten, lagen die eben noch mit 37:35 (25.) führenden Tigers plötzlich mit 37:41 zurück. Das dritte Viertel ging am Ende mit 20:10 an Grünberg.

"Trotzdem hätten wir diese Partie nicht verlieren müssen", befand Janina Pils zu Recht. Dummerweise zerbröselte das Spiel der Tigers im vierten Viertel endgültig in seine Einzelteile. Briana Williams versuchte im Alleingang, zu retten, was nicht mehr zu retten war, attackierte unverdrossen den Korb, wurde für ihren unermüdlichen Einsatz aber zu selten belohnt. Obwohl die mit einem 40:48-Rückstand in den letzten Abschnitt gegangenen Tigers durch Williams noch einmal auf 51:53 (34.) verkürzten, kam keine richtige Stimmung mehr auf. Folgerichtig machten die Gäste mit einem 11:0-Lauf auf 64:51 (37.) alles klar. Die als Kriegerin bekannte Trainerin der Tigers zeigte sich kurz darauf aber milde gestimmt: "Natürlich ärgere ich mich über die schlechte Leistung, aber ich habe nicht erwartet, dass es bei uns immer rund läuft. Und Grünberg ist auch eine gute Mannschaft."

Ähnlich erging es Wolfenbüttel. Nach der 63:68-Niederlage zum Saisonauftakt bei den Löwen unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Raus auch Opladen mit 56:71. In den beiden vergangenen Jahren hatte der ehemalige Deutsche Meister (bezwang 2012 als BV Wolfenbüttel Wildcats in der Finalserie Halle mit 3:2) im Norden jeweils die Endspiele erreicht. Aus der Ruhe bringt das den Coach indes nicht: "Das gehört zum Entwicklungsprozess unserer Talente dazu, wir müssen das in Kauf nehmen."

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Bei den Tigers geht so gut wie gar nichts


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.