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Lokalsport
Bei Elephants ist Schluss mit lustig

Bereits nach zwei Partien ist den Regionalliga-Basketballern der NEW' Elephants das Lachen vergangen. Nach den beiden vollkommen unerwarteten Auftaktpleiten in Wulfen (77:79) und gegen Dorsten (83:88) bat Trainer und Manager Hartmut Oehmen seine Spaßtruppe a. D. zum Rapport. Doch damit nicht genug. Den anstehenden Doppelspieltag mit den Matches gegen die Neulinge SV Hagen-Haspe (heute 20.15 Uhr, Rundsporthalle Haspe an der Kölner Straße) und BBG Herford (Sonntag 18 Uhr, Halle Gustorf) bestreiten die Grevenbroicher schon ohne Jo Lange. Von Dirk Sitterle

Natürlich sieht Oehmen in dem 2,08 Meter großen Center nicht den Hauptschuldigen für den Fehlstart, "aber wenn in einem Zeugnis steht, er war stets bemüht, reicht das halt nicht." Menschlich, so der Marketing-Fachmann weiter, sei das eine der schwersten Entscheidungen seiner Karriere gewesen, "denn über Jo als Person gibt es 0,00 Negatives zu sagen." Dass mit dem erzwungenen Abgang des ehemaligen Bundesliga-Akteurs nun alle Probleme vom Tisch seien, glaubt freilich selbst der Coach nicht. "Unsere Situation ist vergleichbar mit der von Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga. Es läuft nicht, aber keiner weiß, woran es liegt." Auch der 111:64-Erfolg im Trainingsspiel gegen die eigene Oberliga-Vertretung brachte keine neuen Erkenntnisse. Oehmen bilanziert: Marko Boksic nehme weiter partout keine 1:1-Situationen an und reduziere sich damit ganz auf seine Dreier. Der vor allem als Schütze geholte Peter Marcic verweigere nach wie vor den Wurf und Dainius Zvinklys mache unglaublich viele Fehler im Ball-Handling.

Positiv bewertete Oehmen dagegen die Entwicklung bei Farid Sadek. Der hyperehrgeizige Spielmacher kommt nach seiner Knie-Operation immer besser in Schwung. Auch Bastian Becker, dessen körperliche Präsenz die Mannschaft dringend benötigt, hat seinen urlaubsbedingten Trainingsrückstand inzwischen aufgeholt. Der von einem Infekt geschwächte Simon Bennett braucht dagegen noch zwei, drei Wochen, um wieder hundertprozentig fit zu werden. "Im Moment hat er Luft für vier Minuten", sagt Oehmen.

Verzichten müssen die Elephants am Wochenende auf jeden Fall auf Marvin Kruchen. Der 2,10 Meter große Center rutschte nach dem Training unter der Dusche aus und humpelt nun mit dick angeschwollenem Sprunggelenk herum. Damit ist Lennard Jördell der letzte verbliebene Center im Kader. "Er muss funktionieren", fordert Oehmen darum und hofft, dass der 2,07-Meter-Mann seine schwache Leistung gegen Dorsten vergessen lässt und an den starken Auftritt in Wulfen (20 Punkte) anknüpft. In die Pflicht nimmt der Trainer auch den "Fliegenden Postboten" Nicolas Zimmermann: "Er hat jetzt zwei Spiele Zeit zu beweisen, dass er auch auf diesem Niveau bestehen kann." Weil es gegen Dorsten zudem in der Verteidigung ziemlich hakte, haben die Elephants ihre Taktik ein wenig umgestellt, sie wollen nun deutlich aggressiver verteidigen.

Stimmen - und das ist wichtiger als alles andere - muss es allerdings in den Köpfen der Spieler. Oehmen: "Wir können im Moment nicht glänzen, ich denke, das hat mittlerweile jeder kapiert. Ich glaube, dass es am Wochenende, wie Oli Kahn sagen würde, zwei dreckige Siege für uns gibt - und das wäre mir, um ehrlich zu sein, auch erst mal egal."

Was sowohl für den SV Hagen-Haspe, der im Gegensatz zu den Elephants schon zwei Punkte auf seinem Konto hat (75:72 gegen Salzkotten) als auch für Herford spricht, ist die unterschiedliche Ausganglage. "Für beide war von Anfang an klar, dass sie gegen den Abstieg spielen", weiß Oehmen. Niederlagen wie das 58:111 beim TV Salzkotten dürften Herford, angeführt von US-Boy Keisten Jones und dem Spanier Guillermo de la Puente, also nicht nachhaltig erschüttern. Haspe baut vor allem auf Derek Raymond (USA) und die Brüder Michael und Martin Wasielewski.

Quelle: NGZ
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