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Hockey
Beim HTC SW Neuss heißt's jetzt "Oranje boven"

Neuss. Mit tatkräftiger Hilfe aus den Niederlanden gewinnt der Hockey-Zweitligist das Spitzenspiel in Gladbach klar mit 5:2. Von Dirk Sitterle

Beim Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss wird in der Rückrunde niederländisch gesprochen. Neben Trainer Omar Schlingemann und Joris Eshuis sind nämlich nun zwei weitere Fachkräfte aus dem Land des Vizeweltmeisters an der Jahnstraße tätig: Roderick Musters im offensiven Mittelfeld und Jonas Termijtelen als weiterer Co-Trainer (außerdem noch Daniel Strahn).

Die Farben des niederländischen Königshauses ("Oranje boven") erstrahlten zwar am Samstag noch nicht im Stadion an den Holter Sportstätten, doch Schlingemann, der mit seinen Mannen während der Vorbereitung Station in seinem Heimatland gemacht hatte, ist davon überzeugt, dass es ihm und seiner Crew kurzfristig gelingen wird, ein bisschen "Hockey total"aus Holland an den Rhein zu bringen. Das 5:2 (Halbzeit 4:1) im Spitzenspiel beim Lokalrivalen Gladbacher HTC war schon mal ein guter Anfang. Entsprechend zufrieden stellte der äußerst selbstbewusste Coach fest: "Wir sind wieder da!"

Zu Beginn der Partie hatten die Gäste, die erst seit der 2:3-Niederlage des größten Rivalen SW Köln in Gladbach wieder Aufstiegsambitionen anmelden können, freilich einige bange Momente zu überstehen. Noch ehe sie überhaupt mal Kontrolle über das Spielgerät gewonnen hatten, trat Gladbach zur ersten Strafecke an (3.). Die parierte jedoch Routinier Martin Wagner, der bei seinem Comeback im Neusser Tor mehr als nur Ersatz für den am Knie operierten Lennard Leist war, in großartiger Manier gegen den Portugiesen David Ascenco Franco. Schlingemann: "Wir wussten, dass der Gegner am Anfang viel Druck machen würde. Diese Phase mussten wir überstehen." In der Folge erspielte sich Schwarz-Weiß jedoch erstklassige Torchancen in Hülle und Fülle: Der enorm fleißige Matthias Gräber stand gleich dreimal alleine vor dem Tor, auch Joris Eshuis, Roderick Musters, der bei seinem Debüt noch mit der für ihn ungewohnten Härte in Deutschland zu kämpfen hatte, und Sebastian Draguhn ließen spitzenmäßige Gelegenheiten aus. Dafür nutzte Sebastian Draguhn nach einer Viertelstunde gleich die erste Neusser Strafrecke zur Führung. Nach einem Foul an Philipp Weide setzte Ivo Otto den fälligen Siebenmeter zum 2:0 (22.) ins Netz. Dass David Ascenso Franco bei der zweiten Wiederholung der zweiten Gladbacher Strafecke auf 1:2 (26.) verkürzte, war nur ein kleiner Schönheitsfleck. Noch vor der Pause sorgten Ivo Otto, der nach Draguhns von GHTC-Keeper Jens Blüthner zur Seite abgewehrten Strafecke volley zur Stelle war (29.), und Joris Eshuis in Abstaubermanier (31.) wieder für klare Verhältnisse.

Während Gladbachs zuvor lange in Neuss tätiger Trainer Andi Bauch monierte, "zwei Tore waren durch unsere Fehler glatt geschenkt", sagte Schlingemann: "Wir hätten höher führen müssen."

Danach verließen sich die Neusser allerdings zu sehr auf den famosen Martin Wagner, dessen starke Leistung Schlingemann fast schon in euphorische Stimmung versetzte ("Er hat vor nichts Angst und wird uns mit seiner Präsenz noch sehr helfen."), und ihre Defensive. Das hätte auch böse ins Auge gehen können, denn zunächst traf David Ascenso Franco bei Gladbachs sechster Strafecke im Nachschuss zum 2:4 (51.), dann erhielten die Gastgeber einen indes unberechtigten Siebenmeter. Im Duell mit Paul Tenckhoff behielt Wagner aber die Oberhand (68.). Mit dem Schlusspfiff besorgte wiederum Draguhn per Strafecke den 5:2-Endstand. Und Schlingemann bilanzierte: "Klasse, wie die Jungs mit dem Druck umgegangen sind. Aber auf uns warten jetzt noch sieben Endspiele."

Quelle: NGZ
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