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Basketball
Besorgte Elephants

Basketball: Besorgte Elephants
Ein Volltreffer: Der Litauer Dainius Zvinklys markierte im Heimspiel gegen Münster 28 Punkte für die Elephants. FOTO: Michael Ritters
Grevenbroich. Womöglich nur mit sieben Spielern tritt der Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich morgen Abend (18.15 Uhr) bei der SG Sechtem an. Von Dirk Sitterle

Manche Dinge muss man einfach mit Humor nehmen. Dass er morgen Abend beim Blick auf seine Auswechselbank unter Umständen nur zwei Spieler entdecken wird, kommentiert Hartmut Oehmen betont locker: "Das reicht ja noch nicht mal zum Skatspielen." Zum Reizen und Stechen würde die von ihm trainierten Basketballer des Regionalligisten NEW' Elephants als Gast der SG Sechtem wohl ohnehin nicht kommen, graut Oehmen doch schon jetzt vor der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums in Bornheim: "Darin herrscht immer eine schummrige Turnhallen-Hinterhof-Atmosphäre, wo du am liebsten fragen würdest: "Kann mal jemand das Licht anmachen?"

Den Durchblick sollten die Erftstädter indes unbedingt behalten, macht doch vor allem ihr Personal die Toros zu einem der unbequemsten Gegner der Liga. "Die Mannschaft kämpft wie verrückt", weiß Oehmen aus eigener leidvoller Erfahrung. Erschwerend kommt morgen noch hinzu, dass mittlerweile der halbe Kader auch schon mal das Trikot der Elephants getragen hat: Trainer Meik Bassen spielte noch zu Zweitliga-Zeiten mal für eine, allerdings von Verletzungen geprägte Saison in der Schlossstadt. Timo Alt, Sven Schermeng, Vukajlo Vulevic und Jan Zimmermann fanden in Grevenbroich schon unter Oehmen nicht ihr Glück.

Darum ist es geradezu fatal, dass die Elephants ausgerechnet jetzt von argen Personalproblemen geplagt werden: Nick Larsen (Taufe der Tochter) fällt ebenso wie Martin Esters (auf Hochzeitsreise in den USA) auf jeden Fall aus. Simon Bennett ist schwer erkältet bis heute krankgeschrieben. Zwar gilt der Kapitän als harter Hund, im besten Fall dürfte es morgen allerdings nur für einige Minuten reichen. Zudem schlägt sich der bislang nicht eingesetzte Tommy Warnecke mit einer bakteriellen Augenentzündung herum. Möglich Ausfälle, denen der gewitzte Coach offensiv begegnet. "Vielleicht", sagt er listig, "fällt mir ja bis morgen noch was ein ..."

Guter Rat teuer war bislang aber im Fall von Tim Pierce. Der US-Amerikaner, bei seinem ersten Engagement an der Erft vor zwei Jahren immerhin Topscorer der Liga, war in den beiden ersten Begegnungen fast ein Totalausfall. Und das kann Oehmen nicht verstehen. "Wir haben uns am Montag unterhalten. Zum einen ist das sicher ein Kopfproblem, zum anderen aber kommt er offensichtlich nicht damit klar, dass wir nun wesentlich strukturierter spielen als vor zwei Jahren." Doch der Coach glaubt an seinen auch in der Mannschaft sehr beliebten US-Import, "sonst hätte ich ihn ja nicht noch mal geholt". Ein Freibrief für weitere Null-Bock-Auftritte ist das indes nicht. "Tim ist jetzt so ein bisschen in der Bringschuld", stellt Oehmen klar. Dass Pierce leistungsmäßig jederzeit explodieren kann, mussten auch die Sechtemer Toros schon erfahren: Den bislang letzten Auftritt in Bornheim hatte der US-Boy schwach eröffnet, um dann in 90 mitreißenden Sekunden satte 13 Punkte aufzulegen.

Quelle: NGZ
 
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