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Lokalsport
Björn Otto verabschiedet sich mit Sprung über 5,10

Straberg. Olympiazweiter aus Straberg genoss beim Aachener Domspringen zum letzten Mal den Applaus von 5000 Zuschauern. Von Volker Koch

Er hat es noch ein Mal getan: Seit Januar 2014 hatte Björn Otto wegen eines Fersensporns keinen Wettkampf mehr bestritten. Am Mittwochabend packte der Olympiazweite von London noch einmal seine Stäbe aus - und verabschiedete sich beim Aachener Domspringen mit einem Satz über 5,10 Meter von dem, was er in seinem bisherigen Leben am liebsten getan hat: Stabhochspringen.

Der Ort war bewusst gewählt, denn in Aachen hat sich der gebürtige Straberger in der Stabhochsprunggarde unsterblich gemacht: Am 5. September 2012, kurz nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille, verbesserte der inzwischen 38-Jährige auf dem Aachener Katschhof den immer noch gültigen deutschen Rekord auf 6,01 Meter, damals noch im Trikot seines Stammvereins TSV Bayer Dormagen. "Ich habe schon vor dem Rekordsprung gesagt: Wenn ich einmal aufhöre, dann in Aachen", hatte Otto vor dem Meeting in einem Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk gesagt. Nachdem er den tosenden Applaus von 5000 Zuschauern genossen genossen hatte, erklärte er: "Egal, wie mein künftiges Leben aussieht, für das Aachener Domspringen nehme ich mir auf jeden Fall Urlaub."

Im künftigen Leben wird es noch höher hinaus gehen als 6,01 Meter. Björn Otto, nach abgeschlossenem Studium Diplom-Biologe, hat nach den Olympischen Spielen 2012 seinen Pilotenschein gemacht und sich damit "einen Kindheitstraum" erfüllt: "Ich bin kein Fußballer, der ausgesorgt hat, sondern muss im Berufsleben Fuß fassen wie jeder andere auch", erläuterte er im WDR-Interview den Zeitpunkt seines Abschieds, "ich habe eine Verkehrsflugzeugausbildung abgeschlossen, da laufen jetzt die Bewerbungen."

In Aachen stieg er bei 4,80 Meter in den Wettbewerb ein, den der Leverkusener Tobias Scherbarth mit 5,60 Meter gewann. Es folgten Sprünge über 5,00 Meter und 5,10 Meter, 5,20 Meter erwiesen sich dann als zu hoch. "Es war seit drei Jahren mein schnellster Anlauf. Das merkt man, nicht nur in der Achillessehne. Ich bin schließlich ein alter Mann", sagte Otto danach, "ich hatte mir gewünscht, dass eine Fünf vorne steht, das habe ich geschafft."

1982 hatte er seine Karriere als damals 15-Jähriger beim TSV Bayer Dormagen begonnen. Nach 23 Jahren schreibt er auf seiner Internetseite: "Ein spezieller Dank gilt meinen Eltern, die mir so unendlich viel ermöglicht haben, mit mir stundenlang als kleiner Bub zu Wettkämpfen gefahren sind, mich immer zum Training kutschiert haben, als der Führerschein noch nicht in der Tasche war und auch sonst immer und immer wieder unterstützend zur Seite standen."

Quelle: NGZ
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