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Blau-Weiss macht Neuss trotz Niederlage stolz

Lokalsport: Blau-Weiss macht Neuss trotz Niederlage stolz
Ein stolzer Sieger: Jeremy Jahn lieferte gegen den in der Weltrangliste deutlich höher platzierten Renzo Olivo eine famose Leistung ab. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Vor mehr als 1000 Zuschauern unterliegt der Rekordmeister der Tennis-Bundesliga dem HTC BW Krefeld nach starkem Vortrag mit 2:4 Von Dirk Sitterle

Dass im Derby der Tennis-Bundesliga gegen den HTC Blau-Weiß Krefeld die durchaus mögliche Überraschung ausblieb, nahm Dietmar Skaliks, Teammanager des TC Blau-Weiss Neuss, fast erleichtert zur Kenntnis. "Bei einem Sieg hätte ich nämlich direkt nach dem Spiel ein Lied singen müssen", verriet er schmunzelnd. Als Mitglied der immerhin mal im Vorprogramm der Lords aufgetauchten Firestones, die ihr Publikum Ende der 1960er-Jahre mit psychedelischen Songs zu erfreuen wussten, ist er zwar durchaus vom Fach. "Aber das ist ja ewig her."

An Unterhaltung fehlte es den mehr als 1000 Zuschauern an der Jahnstraße trotz der 2:4-Niederlage indes nicht. Zwei der vier Einzel gingen in den Champions-Tiebreak - echt chancenlos war gestern nur Spielertrainer Kevin Deden beim 1:6, 1:6 gegen den Spanier Pablo Galdon. Dabei hatte sich der 31-Jährige gegen den Ex-Neusser schon etwas ausgerechnet. "Die Trainingswoche war gut, ich dachte, da geht was. Aber dann bin ich nie ins Spiel 'reingekommen." Vielleicht, so seine augenzwinkernd nachgereichte Analyse, "habe ich mich einfach viel zu professionell vorbereitet. Ich hätte wie sonst auch ganz locker an die Sache rangehen sollen." Nah dran an einer Überraschung war der diesmal an Position eins eingesetzte Tom Schönenberg beim 3:6, 6:7 gegen den in der ATP-Weltrangliste mehr als 600 Plätze höher platzierten Argentinier Horacio Zeballos. Als sein Gegner beim 5:4 im zweiten Durchgang zum Match aufschlug, behielt der Neusser die Nerven und lag kurz darauf selber mit 6:5-Sätzen vorne. Im Tiebreak aber zeigte Zeballos seine Klasse und verwandelte nach 3:0- und 6:4-Vorsprung seinen zweiten Matchball zum 7:5.

Bester Neusser war gestern Jeremy Jahn. Obwohl sein Kontrahent Renzo Olivo in der Weltrangliste mehr als 650 Ränge über ihm geführt wird, nahm er dem Argentinier gleich den ersten Satz ab (7:5) und steckte dabei locker ein Break zum 3:4 weg. Im zweiten Durchgang verlor er nach seinem Break zum 3:2 zwar seine Linie - bis zum 3:6 holte er kein Spiel mehr -, aber im Champions-Tiebreak marschierte der 25-Jährige mutig voran und triumphierte mit 10:5. Ein Sieg mentaler Stärke, erklärte er hinterher: "Ich wusste, der Platz ist schlecht - genau das war die Challenge. Ich habe vor allem im Champions-Tiebreak versucht, mich noch besser zu bewegen, noch besser zum Ball zu stehen. Und ich habe immer an meine Siegchance geglaubt, die Spiele in der Bundesliga sind eng."

Dies galt auch für das Duell von Marc Meigel mit dem ebenfalls lange an der Jahnstraße tätigen Italiener Flavio Cipolla. Dass der für Neuss aufschlagende Münchner gar keine Turniere mehr spielt und seine schmerzende Schulter von Physiotherapeutin Jagoda Wydra intensivst behandelt werden musste, hielt ihn nicht davon ab, den Römer nach 7:5 und 3:6 in den Champions-Tiebreak zu zwingen. Erst dort war der 27-Jährige mit seinem Latein am Ende. Cipolla genügte es, auf die Fehler des Neussers zu warten, um das Match mit 10:8 zuzumachen.

Obgleich die Hausherren damit mit einem 1:3-Rückstand in die Doppel gingen, zog Skaliks zufrieden Bilanz: "Ich bin richtig stolz auf die Jungs." Jeremy Jahn schlug an der Seite von Tom Schönenberg dann noch Renzo/Cipolla 6:3/7:5, Marius Zay/Marc Meigel unterlagen Zeballos/Galdon 1:6, 4:6.

Quelle: NGZ
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