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Lokalsport
Blau-Weiss Neuss setzt auf die Karte Wiederaufstieg

Neuss. Rechnerisch könnte der Tennis-Bundesligist dem Abstieg noch entgehen, doch für die letzten beiden Spiele fehlt Geld. Von Volker Koch

38 Jahre nach dem Aufstieg beginnt am Sonntag um 11 Uhr am Mannheimer Neckarplatt die Abschiedstournee des TC Blau-Weiss Neuss in der Tennis-Bundesliga. Zwar könnte der Rekordmeister mit zwei Siegen beim TK Grün-Weiss Mannheim und eine Woche später bei Blau-Weiss Krefeld rein rechnerisch dem dritten Abstieg Bundesliga-Abstieg noch entgehen.

Doch dafür fehlt das Geld. "Uns ist die Munition ausgegangen", sagt BW-Vorsitzender Abraam Savvidis, zugleich Gesellschafter in der Spielbetriebs GmbH. Zwar hatten die Blau-Weissen nach Saisonbeginn noch eifrig und erfolgreich Gelder gesammelt, um den mit 100.000 Euro kleinsten Etat der Vereinsgeschichte aufstocken zu können. Doch das Geld wurde beim Versuch, gegen Ex-Meister Kurhaus Aachen einen Überraschungscoup zu landen, bereits "verbraten" - letztlich erfolglos.

So schicken die Neusser in die letzten beiden Spiele ihrer 36. Erstliga-Saison ihre deutsche Fraktion mit Jeremy Jahn und Tom Schönenberg an der Spitze, wohlwissend, dass das nicht reichen wird, um bei den zuletzt vier Mal in Folge siegreichen Mannheimern zu punkten. Doch nur zwei Siege würden helfen, um den TC Bruckmühl-Feldkirchen (3:11 Punkte) und BW Aachen (4:10) im Abstiegskampf noch zu überflügeln - wenn überhaupt. Weltuntergangsstimmung herrscht deshalb keine an der Jahnstraße. "Natürlich wären wir gerne drin geblieben", gesteht Savvidis ein, "aber uns war von vorneherein klar, dass das angesichts der Rahmenbedingungen ein sehr schwieriges Unterfangen sein würde." Das Ende des Spitzentennis in Neuss sieht er gleichwohl nicht heraufdämmern: "Wir haben mit den wichtigsten Hauptsponsoren gesprochen und die haben uns ihr weiteres Engagement zugesichert." Savvidis führt dies darauf zurück, "dass sich die meisten mit dem Klub und unserer Tennisschule identifizieren und nicht alleine mit der Ersten Liga."

Wobei ihm wie auch den Sponsoren klar sei, dass eine Spielzeit in der Zweiten Liga nicht unbedingt preiswerter ist, um so mehr, als dort sechs Einzel und drei Doppel zu bestreiten (und zu bezahlen) sind. Zumindest dann nicht, wenn man an der Spitze mitmischen möchte. Was laut Savvidis das Ziel ist: "Wir haben die Gespräche mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg geführt." Und das nicht nur mit den Sponsoren. "Wir haben auch mit den Spielern gesprochen", verrät der Vorsitzende. Der Kern der deutschen Stammspieler, jenes Team, das jetzt in den letzten beiden Erstliga-Spielen für die Blau-Weissen aufläuft, habe ohnehin nicht zur Debatte gestanden: "Die bleiben sowieso." Angenehm überrascht habe ihn, dass auch der eine oder andere der in dieser Saison eingesetzten Profis ohne deutschen Pass Interesse signalisiert habe, weiter für Neuss zu spielen.

Doch das ist Zukunftsmusik. Aktuell geht es darum, "sich mit Anstand aus der Bundesliga zu verabschieden". Wobei der morgige Gegner trotz des Fehlstarts mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden sogar noch Titelchancen hat - rein rechnerisch zumindest.

Quelle: NGZ
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