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Blau-Weiss Neuss stellt sich für die Tennis-Bundesliga neu auf

Lokalsport: Blau-Weiss Neuss stellt sich für die Tennis-Bundesliga neu auf
Er bleibt den Neusser Tennisfans erhalten: Filippo Volandri, der sich mit Kämpferherz und sympathischem Auftreten zum Publikumsliebling entwickelt hat. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Der Kader bleibt weitgehend beisammen, nur Marius Zay löst Dietmar Skaliks als Teamchef ab. Von Volker Koch

Der eine Grandseigneur des Neusser Bundesliga-Tennis bleibt, der andere zieht sich aufs Altenteil zurück: Während Publikumsliebling Filippo Volandri (34) in der am 3. Juli mit dem Heimspiel gegen den Gladbacher HTC startenden Saison wieder für den TC Blau-Weiss Neuss aufschlagen wird, möchte Dietmar Skaliks (65) die bis zum 14. August laufenden Spiele nur noch als Zuschauer genießen.

"Die letzten drei Jahre waren zwar schön, aber auch sehr kräftezehrend", sagt der Neusser Stahlhändler, der nach dem abrupten Ende der "Ära Raffel" wie die Jungfrau zum Kinde zum Amt des Bundesliga-Teamchefs gekommen war. Drei Mal führte er den Immer-noch-Rekordmeister zum Klassenerhalt, dass zwischenzeitlich die Erstliga-Zugehörigkeit des Bundesliga-Dinos auf der Kippe stand, hatte eher finanzielle als sportliche Gründe.

In diesem Winter wurde an der Jahnstraße erstmals seit langem nicht über eine Fortführung der mit dem Aufstieg 1979 begründeten Bundesliga-Tradition - länger ist nur der TK Grün-Weiss Mannheim im Oberhaus vertreten - spekuliert und debattiert. "Wir haben ein paar neue Sponsoren hinzu gewonnen und gehen Stand heute davon aus, dass wir in diesem Jahr einen höheren Etat zur Verfügung haben als zuletzt", sagt Skaliks. Für ihn deshalb der ideale Zeitpunkt, sich aus dem Amt des Teamchefs zurückzuziehen: "Ich möchte nicht, dass sie mich irgendwann zu den Spielen auf den Platz tragen müssen", sagt Skaliks, "jetzt müssen mal die jüngeren 'ran."

Sein Nachfolger ist 32, und doch schon das, was man einen "alten Hasen" im Tennisgeschäft nennt. Marius Zay hat selbst lange in Erster und Zweiter Liga aufgeschlagen, bei Blau-Weiss stand er in den vergangenen drei Jahren zusammen mit seinen Kumpels und Geschäftspartnern Sascha Klör und Kevin Deden als eine Art "Spielertrainer" im Kader, hat sich in dieser Zeit gemeinsam mit Skaliks um Spielerverpflichtungen und Vertragsabschlüsse gekümmert. "Insofern ist das kein Wechsel, sondern ein Übergang", stellt Skaliks klar. Und Zay sagt: "Ich werde versuchen, die erfolgreiche Arbeit von Dietmar fortzusetzen."

Das freilich nicht im Alleingang. Klör und Deden, mit denen er gemeinsam die "sehr gut laufende" (Zay) Tennisschule an der Jahnstraße betreibt, werden ihn auch in der neuen Funktion unterstützen. Und in Clinton Thomson stößt ein weiterer alter Kumpel aus ehemals besseren Solinger Tennistagen zu dem Trio. Der 32-Jährige - sein australischer Vater Graeme Thomson war mal 162. der Tennis-Weltrangliste - soll in Neuss so eine Art "multitasking"-Aufgabe übernehmen: im Trainerteam, in der Organisation - und spielen soll er auch, sowohl in der Bundesliga als auch in der Regionalliga, in die die blau-weisse Zweitvertretung aufgestiegen ist und in der neben den Spielertrainern auch Jeremy Jahn und Tom Schönenberg aus dem Bundesliga-Kader auflaufen sollen.

In Sachen Kaderplanung setzt Marius Zay auf Kontinuität: Die Vertragsabschlüsse mit Filippo Volandri (ATP-Weltrangliste 201), Jurgen Zopp (ATP 162), Adrian Ungur (ATP 177), Antonio Veic (ATP 476), Tom Schönenberg und Jeremy Jahn sind unter Dach und Fach. Aus Düsseldorf kehrt Max Dinslaken an die Jahnstraße zurück, und mit dem 23 Jahre alten Georgier Nikoloz Basilashvili (ATP 116), der vor zwei Jahren das Future-Turnier in der Büttgener Tespo gewann, hat der Neusser Teamchef auch schon einen neuen Spitzenspieler verpflichtet. "Allerdings", sagt Marius Zay, "suchen wir noch einen Spieler für oben drauf" - sprich: einen aus den Top-100 der Weltrangliste. Bis zum 15. März hat er dafür noch Zeit, dann müssen die Mannschaftsmeldungen beim Deutschen Tennisbund eingegangen sein

Trotzdem ist sich der 32-Jährige darüber im Klaren, "dass wir nur um den Klassenerhalt spielen werden." Kein einfaches Unterfangen, gelten doch die Aufsteiger TK BW Aachen und TC Bruckmühl-Feldkirchen keineswegs als "durchlaufende Posten." Und weil ausnahmsweise kein Erstligist zurückzog und kein Zweitliga-Meister den Aufstieg verweigerte, werden auch wieder zwei Absteiger gesucht.

Quelle: NGZ
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