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Blau-Weiss setzt auf Kampf und Teamgeist

Lokalsport: Blau-Weiss setzt auf Kampf und Teamgeist
Auf solche Kämpfernaturen wie den derzeit noch am Handgelenk verletzten Jeremy Jahn (l.) setzt der TC Blau-Weiss Neuss, damit seine Bundesliga-Macher Marius Zay, Abraam Savvidis, Clinton Thomson und Kevin Deden (rechtes Bild, v.r.) auch am Saisonende noch so lachen können. FOTO: -woi
Neuss. Mit den "Neusser Tugenden" soll trotz des kleinsten Etats aller zehn Tennis-Bundesligisten der Klassenerhalt gefeiert werden. Von Volker Koch

40.000 Euro müssen Abraam Savvidis und Marius Zay bis zum 3. Juli noch auftreiben. Gelingt den beiden Gesellschaftern der BL Pro Tennis GmbH bis zum ersten Spieltag der Tennis-Bundesliga dieses Kunststück, steht der TC Blau-Weiss Neuss zwar nicht vor einer entspannten Saison, seiner inzwischen 36. im Oberhaus des Deutschen Tennisbundes.

Doch der Immer-noch-Rekordmeister der Liga kann sie unter diesen Voraussetzungen ein bisschen entspannter angehen als zur Zeit. "Denn noch wissen wir nicht, welche Spieler wir wann genau einsetzen können", sagt Marius Zay. Das hängt nicht in erster Linie von den Termin- und Turnierplänen der neun Voll- und der weiteren fünf Halbprofis ab, die auf der blau-weissen Meldeliste stehen. "Die wollen eigentlich alle spielen", sagt der vom "Spielertrainer" zum Teamchef aufgestiegene 33-Jährige.

Sondern von den leidigen Finanzen. "Es wird immer schwieriger, Sponsoren zu finden", stimmt Abraam Savvidis, gleichzeitig Vorsitzender des Tennis-Club Blau-Weiss , ein in Neuss nicht gerade selten gehörtes Klagelied an. 100.000 Euro haben er und seine Mitgesellschafter - neben Zay noch die "Spielertrainer" Kevin Deden und Clinton Thomson - beisammen, 140.000 sollten es nach Möglichkeit sein, wenn am 3. Juli der Gladbacher THC mit dem Ex-Neusser Philip Kohlschreiber, immer noch bester deutscher Tennisprofi auf der Weltrangliste, zum Bundesliga-Auftakt an der Jahnstraße aufläuft. Wo, versichert der BW-Chef, im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit zumindest die Aschenplätze wieder erstliga-tauglich sein sollen.

Dass dieses Prädikat sechs Wochen später auch sportlich noch Gültigkeit besitzt, das wollen die Neusser mit jenen Tugenden erreichen, die sie seit dem Amtsantritt von Zay und Co. schon in den vergangenen Spielzeiten auszeichnete: mit Kampf- und Teamgeist. Nur so, sagt Marius Zay, könne man die Abstände zu den anderen neun Bundesligisten und ihrer Armada von Top-Einhundert-Spielern wettmachen. Deshalb setzt der einstige Bundesliga-Spieler (Rochusclub, Krefeld, Essen, Solingen) auf einen Kader, "in dem wir alle persönlich gut kennen" und nicht auf Akteure, "die uns von Spielerberatern vermittelt werden. Was nützt mir einer, der weit vorne in der Weltrangliste steht, aber nicht mit der richtigen Einstellung angereist kommt?"

Bei den blau-weissen Spielern sei das anders, die stünden auch ohne Einsatzgarantie auf Abruf bereit. Freilich: Um sie abrufen zu können, benötigt Zay ein gewisses Kleingeld - eben jene 40.000 Euro, die noch in der Etatkalkulation fehlen. So oder so, "die Saison wird hart, tougher als letztes Jahr", sagt der Teamchef voraus. Und das aus einleuchtenden Gründen: Es werden wieder zwei Absteiger gesucht (vor Jahresfrist stand RW Erfurt nach seinem Rückzug bereits vor dem ersten Ballwechsel als solcher fest). Es gibt keinen "sicheren" Abstiegskandidaten (im vergangenen Jahr der 1. FC Nürnberg, der denn auch mit nur einem Sieg tatsächlich abstieg). Und die Aufsteiger TC Bruckmühl-Feldkirchen und TK BW Aachen hält Marius Zay für "enorm stark".

Die Bayern aus Bruckmühl, nach einer Saison wieder aus dem Oberhaus abgestiegen, haben fünf Profis aus den ersten Hundert der Weltrangliste gemeldet. Zum Vergleich: Die neue Neusser Nummer eins, der Georgier Nikoloz Basilashvili, wird dort aktuell auf Position 104 gelistet. Die Neulinge, vielleicht noch Vorjahresaufsteiger RW Köln und der Düsseldorfer Rochusclub, das sind die Teams, mit denen sich die Neusser im Kampf um den Klassenerhalt messen müssen. Treiben Zay und Savvidis nicht binnen vier Wochen jene 40.000 Euro auf, dürfte er nur schwer zu gewinnen sein.

Quelle: NGZ
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