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Bloß nicht alles nur noch schwarz sehen

Lokalsport: Bloß nicht alles nur noch schwarz sehen
Rettungsversuch: Nur wenn Kapitän Tim Rubink seine alte Souveränität zurückgewinnt und er seine Teamkollegen mitreißt, hat der SC Kapellen eine Chance, den Weg aus der Krise zu finden. FOTO: Hubert Wilschrey
Kapellen. Seit sechs Spielen ohne Sieg und nur noch einen Punkt Vorsprung vor den Abstiegsplätzen - es ging den Fußballern des SC Kapellen schon mal besser. Vor dem Match in Fischeln gibt sich Trainer Toni Molina trotzdem ganz zuversichtlich. Von Dirk Sitterle

Na klar, "gut laufen tut's nicht", das weiß Toni Molina selber. Wem es seit dem achten Spieltag in sechs Versuchen nicht mehr gelungen ist, einen Sieg aufs Konto zu bringen, der steckt in argen Problemen. Doch der Coach des Fußball-Oberligisten SC Kapellen warnt davor, schon jetzt an irgendwelchen Untergangsszenarien zu arbeiten. "Auch wenn du die Ergebnisse hast, wie wir sie im Moment haben, darfst du die Dinge nicht noch schwärzer sehen als sie tatsächlich sind." Seine Botschaft vor dem schweren Gang morgen Nachmittag (Anstoß 14.30 Uhr, Kunstrasen an der Kölner Straße) zum VfR Krefeld-Fischeln ist darum ziemlich einfach: "Wir müssen weitermachen, alles lässt sich durch ein gutes Ergebnis umstoßen."

Mit (öffentlicher) Kritik hält sich der 43-Jährige ganz bewusst zurück, weiß er doch, "dass jeder Spieler mit dieser Drucksituation anders umgeht." Er braucht besonders seine Leitwölfe, wenngleich sie wie Kapitän Tim Rubink und Frederik Leufgen zurzeit in einer Formkrise stecken. "Aber gerade unsere erfahrenen Leute müssen positiv bleiben und ihre jungen Kollegen mitnehmen." In intensiven Vier-Augen-Gesprächen hat er versucht, Ursachen dafür zu finden, warum seine Jungs seit den drei Siegen hintereinander im September gegen den VfB Homberg (3:1), beim SV Hönnepel/Niedermörmter (3:1) und gegen den FC Kray (5:0) so aus dem Tritt gekommen sind. "Natürlich hinterfrage ich mich zuallererst. Zum Beispiel, ob es am Sonntag ein Fehler war, Hilden vorne so früh anzulaufen." Zwei der drei Tore beim freudlosen Auftritt (0:3) fielen indes nach haarsträubenden Fehlern in der Defensive. Und im Angriff fehlt dem SCK schlichtweg ein zentraler Stürmer. Die Idee, dieses Defizit durch Ballgewinne in des Gegners Hälfte auszugleichen, war eigentlich hübsch, die Umsetzung auf dem Platz wurde jedoch von den Fehlleistungen im Abwehrverband torpediert.

Mit der schonungslosen Aufarbeitung am Dienstag hat Molina indes einen Haken an diese Partie gemacht - und blickt nach vorne. Richtig klasse fand er die physische Reaktion seiner Mannschaft: "Sie hat Dienstag und Donnerstag überragend trainiert! Mehr können wir in unserer Situation nicht tun."

Auch personell sieht es gut aus: Die vierwöchige Rotsperre von Marcel Lüft ist abgelaufen, im Duell mit seinem ehemaligen Klub rückt der 21-Jährige wieder auf seinen angestammten Posten auf der linken Außenbahn. Auch Lennart Ingmann, gegen Hilden schon wieder 45 Minuten am Werk, hat sich fitgemeldet, was dem Angriffsspiel des SCK guttun dürfte. Zurück im Kader der Oberliga-Truppe ist zudem Andrej Hildenberg. Hatte der an der Lunge operierte Stürmer bei seinen Einsätzen zuletzt noch saft- und kraftlos gewirkt, ließ er im Spiel der Zweitvertretung gegen den FC Büderich (3:6) mit zwei Treffern seine alte Torgefährlichkeit aufblitzen.

Auf dem engen Platz in Fischeln erwartet den SCK ein Kontrahent, der über eine ganze Reihe erstklassiger Fußballer verfügt. Molina fasst das so zusammen: "Breuer, Breuer, Breuer ... Lipinski! Und noch mehr." Sein Kollege Josef Cherfi mahnt allerdings: "Kapellen ist nicht zu unterschätzen. Besonders wir dürfen das nicht, denn bei schlechter platzierten Gegnern neigen wir dazu."

Quelle: NGZ
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