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Lokalsport
Bohrmann sauer: "Rückfall in alte Zeiten"

Dormagen. Durch ein Siebenmetertor in letzter Sekunde kassiert Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen gestern Abend eine vollkommen unnötige 23:24-Schlappe bei Absteiger Eintracht Hildesheim - sehr zum Ärger von Trainer Jörg Bohrmann. Von Volker Koch

Ein Glück, dass der Abstiegskampf in der Zweiten Handball-Bundesliga schon vor dem letzten Auswärtsspiel des TSV Bayer Dormagen zugunsten des Aufsteigers entschieden war. Denn durch ein Siebenmetertor von Lothar von Hermanni in der Schlusssekunde kassierten die Dormagener gestern Abend vor 1531 Zuschauern in der Sparkassen-Arena eine vollkommen unnötige 23:24-Schlappe (Halbzeit 12:12) bei der schon längst als Absteiger feststehenden Eintracht aus Hildesheim.

Ihr Ziel, den Ligaverbleib auch auf sportlichem Wege zu erreichen, haben sie deshalb immer noch nicht erreicht: Sie bleiben punktgleich mit der HG Saarlouis, sind aber nach deren 27:29-Niederlage bei der HSG Nordhorn-Lingen vor dem Saisonfinale am Sonntag (alle Spiele werden zeitgleich um 17 Uhr angepfiffen) um drei Tore besser. Dormagen erwartet den durch die Lizenzverweigerung als Absteiger feststehenden TV Großwallstadt (gewann sein vorerst letztes Zweitliga-Heimspiel mit 23:21 gegen den VfL Bad Schwartau), Saarlouis den ThSV Eisenach, der gestern durch seinen 36:22-Sieg über Eintracht Baunatal die direkte Rückkehr in die Erstklassigkeit feierte - vorausgesetzt, die HBL erteilt den Thüringern die dafür erforderliche Lizenz.

An die starke Leistung gegen die Eisenacher von Pfingstmontag konnten die Dormagener gestern trotz der Unterstützung von 50 mitgereisten Fans, unter ihnen Bürgermeister Erik Lierenfeld, zu keiner Phase der Partie anknüpfen. Die Gäste begannen stark, führten 3:0 (6.) und 7:3 (12.), doch dann schlichen sich immer mehr Fehler ins Dormagener Angriffsspiel. Hildesheim, das schon nach vier Minuten auf Nikolaos Tzoufras verzichten musste, der im Angriff Jonathan Eisenkrätzer in den Unterleib schlug und dafür vom Schiedsrichtergespann Kern/Kuschel mit der Roten Karte bedacht wurde, nutzte dies und verwandelte einen 4:8-Rückstand (14.) innerhalb von sechs Minuten in eine 9:8-Führung. Die Dormagener fanden im dem niveauarmen Spiel nie mehr zurück in die Spur und hinterließen so einen Trainer, der sich selbst als "stinkesauer" und "angefressen" bezeichnete: "Diese Fehler und Disziplinlosigkeiten waren ein Rückfall in alte Zeiten", schimpfte Jörg Bohrmann, "ich dachte, dieses Stadium hätten wir überwunden." Dem war aber nicht so: Seine Angreifer scheiterten reihenweise an Eintracht-Torhüter Kinzel oder setzten das Spielgerät einfach neben das Hildesheimer Tor. "Wenn wir auch nur halbwegs vernünftig Handball gespielt hätten, hätten wir das Ding nach Hause gebracht", ärgerte sich Bohrmann.

Wie schwach Hildesheim, das im Ex-Dormagener Andreas Simon (6/1) seinen besten Werfer hatte, selbst zu Werke ging, zeigt die Tatsache, dass die Partie bis zuletzt eng blieb und die Gäste sie trotz aller Schwachpunkte noch hätten gewinnen können, nachdem Marijan Basic den TSV per Siebenmeter 115 Sekunden vor Schluss mit 22:21 in Führung gebracht hatte.

Vollends auf die Palme brachte Jörg Bohrmann die letzte Aktion der Partie: Dennis Marquardt, 39 Sekunden zuvor Schütze des Dormagener Ausgleichstreffers zum 23:23, foult Georgi Nikolov, beim fälligen Strafwurf behält Lothar von Hermanni die Nerven, nachdem Sven Bartmann zuvor drei Siebenmeter der Hausherren entschärft hatte. Während sich Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck freute: "Endlich war das Glück mal auf unserer Seite", konnte sich Bohrmann über die Schlafmützigkeit seiner Abwehr gar nicht mehr beruhigen: "Läuft die Saison anders, kann einen eine solche dämliche Aktion den Klassenerhalt kosten." Da dürftees in der letzten Trainingswoche der Saison 2014/15 wohl noch einmal richtig zur Sache gehen im TSV-Bayer-Sportcenter.

Quelle: NGZ
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